Selling Khatchapuri in Poti / Chatschapuri-Verkauf in Poti



This guy was selling georgian cheese-bread right at one entrance of Poti harbour, where lorries waited in long queues to pick up incoming containers. I wonder what happened to him. I hope he wasn´t at work when the russian bombs fell. I took this photo only about one week before.
The harbour of Poti is in economic terms Georgia´s most important gate to the world. Goods from all over the world as well as the Ukraine and other countries adjouning the Black Sea were disembarked here. The russian refusal to withdraw from Poti must be seen as an attempt to prevent the reconstruction of Georgia.

Dieser Mann verkaufte georgisches Käsebrot direkt an einem der Einfahrten des Hafens von Poti, wo Lastwagen in langer Reihe auf eingelieferte Container warteten. Ich frage mich, was mit ihm passiert ist. Ich hoffe, er ging nicht seiner Arbeit nach, als die russischen Bomben fielen. Das Foto habe ich gerade einmal eine Woche vorher gemacht.
Der Hafen von Poti ist ökonomisch betrachtet Georgiens wichtigstes Tor zur Welt. Hier landen Waren aus Übersee ebenso wie aus der Ukraine an. Die russische Armee hält Poti weiterhin besetzt; Ziel ist offenbar, den Wiederaufbau des Landes zu verhindern.


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My photographic equipment / Meine Fotoausrüstung

Sometimes people ask me what I have in my bag. Those, who are used to pocket-cameras, may find my equipment heavy, but I find it handy. I always chose rather small and light-weighted lenses (apart from the 28-135mm). The rather small bag with only one shoulder-strap is easy to use, comfortable and doesn´t reveal whats inside (much in difference to the usual Loewe Pro or Crumpler photo bags or backpacks).

Since July I use Sony Alpha 700 (or Sony a700) in exchange for the previously used Dynax 7D.
I usally carry five lenses with me. Click the link for further information and reviews on dyxum.com. Further info on Sony Alpha 700. Update 2010: I traded the a700 in for a full-format Sony a850.Link
28-135mm f4.0-4.5 - This is my favourite lens, with which I shoot about 40-50% of all my pictures. It is heavy but super sharp from 28-100mm even at open apertures. Should be stopped down a little beyond. Usally, this is not a portrait lens, as minimum focus distance is 1,5m. But if you use it at 135mm for portraits at open aperture, it shows a similar softness (just like a little bit of mist in the air) as the 50mm. Nice! Flaire is, although a sunhood was never delivered with this lens, rarely ever a problem. Further info

Minolta / Maxxum 50mm f1.4 (first version) - My favourite portrait lens. Beautiful bokeh between f1.6 and f2.2. The magnification-factor and image crop (as on APS-C format) is just perfect for me, as I like to take portraits with "a little more around". Super small and light-weight. Further info

Minolta / Maxxum 35mm f2.0 (first version) - My lens for indoor group shots. Almost all the pictures of basars in Georgia were taken with this lens. Small and light-weight. Further info

Minolta / Maxxum 100-300mm f4.0-5.6 APO - My telezoom lens. Should always be used at f8. Sharpest at the long end (thats what I want). Very light-weight. Further info

Sigma 10-20mm f - oh, forget about minimum aperture. f8.0 is a must. Then, it can deliver very sharp pictures, not only in regard to its super wide angle. Rather small and light. Forget the (almost redundant) lens hood and the lens cap won´t bug you. Be careful not to place people on the corners - they will look terribly deformed. Further info

2010: Traded the Sigma in for a Minolta / Maxxum 20mm f2.8. Nice, small, light-weight lens. Can be tricky to use, though. Further info
Bought a Minolta / Maxxum 85mm f1.4 G D - a marvel. Wonderful bokeh. Further info

The best forum for Minolta / Maxxum / Sony is the Minolta-Forum (in German); there are many helpful people with in-depth knowledge around.

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Ursache und Wirkung im Kaukasus-Konflikt


Gestern hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mir zum russischen-georgischen Krieg die Meinungen der Korrespondentin D.W., welche u.a. für einen deutschen Auslandsfernsehsender  schreibt, en face anhören zu dürfen. Frau W. erwiderte auf meine kritischen Anmerkungen stets mit „Aber man muss auch Russland verstehen...“. Nun gut, Frau W., ich will Ihnen und den vielen anderen professionellen Russlandverstehern im deutschen Journalismus hiermit ein letztes Mal die Freude machen und so weit wie möglich Verständnis für die russische Politik zeigen.

1. Ich will nunmehr verstehen, dass Russland immer ein Recht auf ein Imperium besaß, besitzt und besitzen wird. Naturgemäß hat es das Recht sich in die Angelegenheiten der Staaten des südlichen Kaukasus einzumischen und sie zu beherrschen.

2. Ich sehe jetzt endlich ein, dass der Kreml seit über 200 Jahren keine andere Wahl hatte und hat als Zwietracht zwischen den Völkern des Kaukasus zu säen. Es ist und war der einzige Weg, wie im Kaukasus der Frieden bewahrt werden kann. (Beispiele: Abchasien, Adscharien, Grenzziehung zwischen Armenien und Aserbaidschan, Armenier-Konflikte in Georgien, Tschetschenien, Russifizierungs-Politik, nach ethnischen Kriterien verteilte Berufe, Muslimisierung von Georgiern uvm.).

3. Offenkundig ist natürlich, dass die russischen Blauhelme einer Friedensmission nachgingen. Dabei legten sie besonderen Wert auf Unparteilichkeit. Die Ungeduld des Kreml, dass seine friedliche Politik nicht hinreichend gewürdigt wurde bzw. wird, ist vor dem Hintergrund der Vorkommnisse an den innergeorgischen Grenzen während der letzten 13 Jahre nur zu verständlich.

4. Dank Ihrer einfühlsamen Erläuterung verstehe ich nunmehr, dass es eine furchtbare Erniedrigung für das russische Militär darstellte, als sechs ihrer Offiziere im September 2006 wegen Spionage gefangen genommen und nach Russland abgeschoben wurden. Laut russischem Außenministerium erinnerte die georgische Aktion an das Jahr 1937. Das wahllose Kidnapping Dutzender georgischer Bürger in Russland im Oktober 2006 und ihre Verbringung nach Georgien in Frachtmaschinen, ohne Wasser, Sitzplätze, Toilette und medizinische Versorgung der Kranken, war dagegen eine wahrhaft humanitäre Maßnahme – diese Menschen wären sonst, wie so viele vor ihnen, womöglich als „Schwarzärsche“ auf den Straßen Moskaus zusammengeschlagen worden, weil die russsiche Polizei für ihre Sicherheit nicht bürgen konnte.

5. Völlig einsichtig ist, dass das bei weitem größte Land der Erde, das überreich ist an Bodenschätzen und Nuklearwaffen, sich bedroht fühlen muss von Staaten wie Estland, der Ukraine und Georgien. Diese überaus aggressiven Nachbarn bedrohen seine Sicherheit, indem sie den Angriff auf russisches Territorium planen und offensichtlich Moskau erobern wollen.

6. Selbstverständlich war es ein großer Fehler der Regierung Saakaschwili, um Aufnahme Georgiens in die NATO zu ersuchen. Erst dieser Schritt störte die gutnachbarlichen Beziehungen und veranlasste die bis dahin stets wohlwollende und friedliebende Regierung im Kreml, militärische Maßnahmen zu ergreifen (wie z.B. die Beschießung des Naturparks Bordschomi zwecks Entfachung von Waldbränden, die Bombardierung eines Zementwerks in Kaspi oder die Verminung eines großen Naturparks bei Poti), um Russland zu verteidigen.

7. Natürlich muss sich Russland durch die Aufnahme dieser Staaten in die NATO bedroht fühlen. Schließlich ist die NATO ein Angriffsbündnis und plant den dritten Weltkrieg. Punkt.

8. Selbstverständlich hat der Kreml nach der Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo durch den Westen nun seinerseits das Recht, Abchasien und Südossetien für unabhängig zu erklären. Zum einen spricht dafür, dass zwar im ersten Fall eine Vielzahl von Staaten der Welt der Unabhängigkeit zugestimmt hat, was aber durch die Anzahl der russischen Republiken wettgemacht wird; Republiken, die sich, wie wir wissen, innerhalb der russischen Föderation größtmöglicher Freiheit erfreuen. Zweitens hat Russland nun natürlich das Recht, den Fehler, den es damals heftig kritisierte, selber begehen zu dürfen. Oder aber heute das Richtige zu tun ohne den Fehler von einst eingestehen zu müssen.

9. Na klar musste der Kreml seine Bürger in Abchasien und Süd-Ossetien schützen. Schließlich hatte er dort in den letzten Jahren zehntausende russische Pässe verteilt. (Ich schlage vor, die Bundesregierung bemüht sich um eine Beilegung des Darfur- und anderer Konflikte in Afrika, indem sie den ethnisch verfolgten Afrikanern deutsche Pässe ausstellt - so käme Deutschland obendrein nach 90 Jahren auch wieder zu Kolonien!) Wie jeder Russe weiß, hatten die Georgier zuvor ethnische Säuberungen in den genannten Gebieten durchgeführt. Zweihunderttausend georgisch-stämmige Flüchtlinge und Tausende in Georgien, aber außerhalb von Süd-Ossetien unbehelligt lebende Osseten sind der überall in Georgien augenfällige Beweis.

10. Verständlich, dass Putin jetzt die Unabhängigkeit von Abchasien und Südossetien befürwortet. Schließlich liegen beide Gebiete auf dem Territorium Georgiens. Leider, leider aber liegt Tschetschenien auf dem Gebiet der russischen Föderation. Somit war Putin gezwungen, diesen nach Unabhängigkeit strebenden Landstrich zum zweiten Mal (1999-2006) in Schutt und Asche zu legen. Denn um den Frieden endgültig wieder herzustellen, blieb Putin keine andere Wahl – schließlich waren noch einige Häuser intakt geblieben und einige Kriegstreiber im Nordkaukasus erhoben schon wieder frech ihre Stimmen. Die Sache war so eindeutig, dass ausländische Journalisten nur unnötig im Wege gestanden hätten.

11. Sicher muss für die Russen das gleiche Recht gelten wie für die Amerikaner. Wenn letztere Irak angriffen, dann durfte auch der Kreml Georgien besetzen. Dieses Recht ist überall anwendbar und auch im täglichen Leben unverzichtbar. Wer z.B. wegen eines Rotlichtverstoßes angehalten wird, trifft überall auf der Welt auf großes Verständnis, wenn er die Polizei darauf hinweist, dass schon andere vor ihm bei Rot über die Ampel gefahren sind. (Liebe deutsche Journalisten, das wäre doch ein feines Argument, wenn Sie demnächst mal wegen Übertretung einer Verkehrsregel von der Moskauer Verkehrspolizei angehalten werden!)

12. Zwar haben russische Politik und russisches Militär schon hunderttausende Kaukasier auf dem Gewissen und die Amerikaner hier noch keinen einzigen Schuss abgefeuert. Aber der amerikanische Imperialismus ist von Natur aus viel gefährlicher, wie jeder Deutsche weiß. Deswegen verstehe ich, dass wir als deutsche Friedensfreunde die amerikanischen Hilfeleistungen für Georgien verurteilen müssen, andererseits aber viel Verständnis für die Politik des Kreml zeigen, damit dort weiterhin Friedenspolitik gemacht wird und die überaus erfolgreiche deutsch-russische Partnerschaft, auf die beide Seiten gewiss gleichermaßen angewiesen sind, nicht gestört wird. Schließlich war auch die alliierte Appeasement-Politik gegenüber Nazi-Deutschland sehr erfolgreich und verhinderte den Zweiten Weltkrieg, nicht wahr?

Liebe Frau W., sicher sind Ihnen meine nicht ganz ernst gemeinten Einlassungen viel zu einseitig. Sie Ihrerseits bemühen sich nach Kräften beide Seiten zu verstehen. Bitte entschuldigen Sie, wenn ich die vielen Fehler, die (tatsächlich!) von der Regierung Saakaschwili begangen wurden, hier nicht aufzähle. Allzu leicht kämen sonst Ursache und Wirkung durcheinander. Zwischen diesen zu unterscheiden ist natürlich nicht Ihre Aufgabe als kritische deutsche Journalistin; deswegen will ich Sie auch nicht weiter verwirren.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Sönke Henning Tappe

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Geschosse, gefunden in unserem Wagen / Bullets, found in our car



Is there somebody out there who could give me some information on the type of weapon and bullets? Were the bullets fired from one or two rifles?
Kann mir jemand Informationen geben über die verwendete Waffe und die Patronen? Wurden die Geschosse von einer oder von zwei Waffen abgefeuert?

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Weitere Interviews mit Flüchtlingen

Swetlana Avaliani (29) aus Gwanta (Kodori, "Oberes Abchasien")
interviewt am Mittwoch, den 27.08.08, im Orchewi IDP-Camp in Tbilissi


Swetlanas Familie. Im Zelt zwei kranke Frauen.

Am 7.08 verließen wir das Kodori-Tal mit dem Auto, nachdem wir bombadiert wurden.
Unser Dorf bestand aus 35 Familien. Soweit wir wissen wurde niemand aus unserem Dorf getötet, aber alle unsere Häuser sollen von russischen Truppen und Bojewiken zerstört worden sein.
In diesem Zeltlager sind wir etwa 30 Leute aus Gwanta, darunter ein fünfmonatiges und zehnmonatiges Baby. Wir haben keine Matratzen, weshalb es für die Kinder auch sehr unbequem ist. Es gibt auch kein Gas zum Kochen; also können wir mit den Kartoffeln, die die einzigen frischen Lebensmittel hier sind auch gar nichts anfangen. Am meisten wünsche ich mir eine heiße Tasse Tee. Die Lebensmittelrationen bestehen nur aus trockenem Militärproviant, was die Frauen und Kinder bei uns kaum vertragen.
Bis vor zwei Jahren hatten wir keinerlei Probleme in unserer Nachbarschaft.



Zira Adulashvili (37) aus Karaleti (heute genau an der Demarkationslinie, wo auch gestern noch Gefangene ausgetauscht wurden), interviewt am Dienstag, den 26. 08.08 im ehenmaligen Hauptquartier der russischen Streitkräfte im Kaukasus, Tamarashvili Straße, Tbilissi.


Zira Adulaschwili, Krankenschwester in Gori

Als am 9. August die Bombardierung Goris begann, war ich im Dienst. Unser Quartier befand sich direkt neben dem Quartier einer georgischen Panzerbrigade. Die Panzer wurden bombadiert, wobei unserem Fahrer ein Bein abgerissen wurde und ich eine Gehirnerschütterung erlitt und von Schrapnellen verletzt wurde.
Über den Verbleib unseres Arztes wissen wir nichts. Unser Haus in Karaleti ist vollkommen zerbombt.
Ich lebte dort mit meinem Mann und meinen zwei Kindern (12 und 14J.), die heute wohlbehalten hier mit mir in Tbilissi sind. Meine Eltern sind in Karaleti geblieben. (Eine andere Frau aus Karaleti mischt sich in Gespräch und erzählt, dass ihr Mann auch noch in Karaleti sei, um auf Vieh und Hühner aufzupassen und dieses zu versorgen. Sie trauten sich aus Angst vor Marodeuren nicht, im Haus zu schlafen. Erst gestern sei wieder ein Haus verbrannt worden.)
Heute seien noch ca. 100 Dorfbewohner da, da sie Hoffnung auf Rückkehr haben. In Karaleti lebten Georgier friedlich mit Osseten zusammen, wobei auch viele Familien gemischt sind. Auch heute sind ossetische Dorfbewohner aus Kareleti hier im Lager. Das Essen hier ist ausreichend, aber es gibt kaum Matratzen.
Wer, wie wir, in den oberen Stockwerken (dieser Unterkunft) lebt, hat große Nachteile bei der Versorgung.



Amiran Churukhadze aus Achabeti bei Tamarasheni, interviewt am Dienstag, den 26.08.08 im ehemaligen Hauptquartier der russischen Streitkräfte in Tbilissi.


In Achabeti lebten 198 Familien , die ausschließlich aus Georgiern bestanden.
Die letzten zwei Jahre, seit Sanarkoev im Amt war, wurden erstmals wieder Straßen in der Region gebaut und für die Infrastruktur gesorgt. In der Nacht vom 6. auf 7. August erfolgten die ersten Bombenangriffe auf unser Dorf, worauf auch russische Panzer und Truppen ins Dorf einfuhren.
Die georgischen Milizen und Spezialeinheiten hatten sich schon am 6. August zurückgezogen, ohne uns vor bevorstehenden Luftangriffen zu warnen. Alle 3000 Häuser der Region sind jetzt durch Bomben und Brandstiftung zerstört. Wir wissen von etwa 12 Toten aus unserem Dorf und dessen Umgebung.
Die Versorgung hier im Haus ist in Ordnung, aber es fehlt an Matratzen.


Interviews: Karu Williams, Fotos: Sönke Henning Tappe





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Bilder aus dem ehem. russischen Hauptquartier in Tbilissi / Pictures of the former russian headquarters in Tbilisi

On August 26th we visited one of the largest accomodations for refugees in Tbilisi. It is the building of the former russian armee headquarters, abandoned by the Russians in January 2007.



Carrying matresses for refugees. While the front still looks ok, the back gives a hint to the situation inside. The Russians left the building like a pig-stable.




The halls. Even the lifts were demolished. Here, on the 6th floor, danger for children is all too obvious. The refugees first had to carry all the dirt and rubbish out of halls and rooms. The Russians had left everything behind they wouldn´t need. And took away whatever they could use again.





The "lavatories" on this floor. They work only on the base floor.



The water-supply for 1.700 people near the entrance outside.



A nameless father with his children on one of the floors. Each door one room. Each room one family. Each family one uncertain future.

Ein sehr positiver Kommentar zum letzten Bild findet sich hier.

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Kyrie eleison - Herr, erbarme dich - God, have mercy



Please click this link for music: / Bitte klicken Sie hier, um die Musik zu hören:



sung by / gesungen von Mariam Roinischwili. (With friendly permission by the artist / Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin.)


Gott hatte Erbarmen mit uns. Ich bin so dankbar. Herrgott, hab Erbarmen auch mit denen, die auf uns geschossen haben.
God had mercy with us. I am so thankful. Good lord, I beg you for mercy with the guys who shot at us, too.

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Neue Interviews mit Flüchtlingen

Giorgi Metreweli, 18 J., aus Kemerti:
Karu Williams im Gespräch mit Giorgi Metreweli (rechts)

In meinem Dorf wohnten ca. 300 Familien, in dem Viertel, in dem ich wohnte, ca. 60. Die Bevölkerung bestand teilweise aus Georgiern, teilweise aus eingeheirateten Osseten. In der Nachbarschaft befindet sich das ossetische Dorf Salda. Die älteren Dorfbewohner kennen sich noch, wir jüngeren hatten nie Kontakt untereinander. Auch im ersten Krieg 1991 bis 1993 blieben die Leute in ihren Dörfern und kämpften. Unser Dorf war in den letzten Jahren stets unter Kontrolle der georgischen Patrouillie sowie der georgischen Spezialeinheiten. Seit 2004 sind viele Dorfbewohner durch Schießereien und Minen ums Leben gekommen.
Wie der Krieg 2008 für mich begann:
Ungefähr am 2. August wurden Pick-ups in die Luft gesprengt und das Dorf von Posten der Gegenseite beschossen. Nach den ersten Luftangriffen bin ich geflohen. Jetzt stehen, nach Aussage einer Familie, die am 15. August mit Hilfe des Roten Kreuzes nach Tbilissi geflohen ist, noch fünf Häuser. Mein eigenes Haus wurde in diesen Tagen zweimal angezündet.
Woher der Hass stammt? Die Osseten sind Einwanderer, und wir sind die ursprüngliche Bevölkerung. Es gibt ein georgisches Sprichwort: Im Hühnerstall wird kein zweiter Hahn geduldet. Wir sind nicht diejenigen, die nicht zurückschießen, wenn sie beschossen werden.


Schota Kareli aus Tqwiawi, von Beruf Sammeltaxi-Fahrer:

Ich habe vor dem Krieg als Maschrutka-Fahrer die Route Gori-Zchinwali bedient. An der südossetischen Demarkationslinie endeten meine Fahrten. Obstbauern, Händlern, Frauen und Kindern war der Grenzübertritt nach Zchinwali möglich. Unser großes Dorf namens Tqwiawi, mit ca. 2000 Familien, wurde von Georgiern, Armeniern und einigen Osseten bewohnt.
Die ersten Luftangriffe gegen unser Dorf wurden am 12. oder 13. August geflogen. Zu dieser Zeit hatte sich das georgische Militär bereits zurückgezogen. Nach der Bombardierung besetzte die russische Armee in Begleitung von Freischärlern, unter denen sich Osseten, Kosaken u.a. befanden, das Dorf. Von den Freischärlern wurden etwa 100 Dorfbewohner getötet. Zwei Beispiele wurden mir von geflüchteten Nachbarn erzählt:
Ein 14jähriger Junge blieb bei seiner Großmutter im Hof. Er wurde, trotz seines Alters, von Freischärlern erschossen. Seine Leiche durfte eine Woche lang nicht beerdigt werden. Nach einer Woche haben Nachbarn die Leiche in der Nacht heimlich im Garten begraben.
Zwei Brüder, 70 und 75 Jahre alt, die im Dorf als sehr wohlhabend galten, wurden zu Hause überfallen. Sie öffneten freiwillig die Haustür und ließen die Freischärler alle Wertsachen abtransportieren, ohne sich zu wehren. Dennoch wurden sie beide erschossen. Dies erzählte mir die Ehefrau des einen Bruders, die verschont wurde.
Durch den Bombenangriff wurden ca. zehn Häuser zerstört. Die Freischärler haben später die wohlhabenderen Häuser an den Hauptstraße praktisch sämtlich angezündet; die weniger wohlhabenden Häuser in den Nebenstraßen wurden in der Regel verschont.
Woher der Hass stammt? Den Hass gibt es schon seit den Zeiten von Erekle II. (Ende 18. Jh., der Hrsg.), als die Russen das erste Mal ihren politischen Einfluss auf Georgien geltend machten und Zwietracht zwischen den Völkern säten. Diese Tradition setzten die Kommunisten und insbesondere Stalin fort. Ob die Osseten gegenüber den Georgiern benachteiligt wurden, ist zwischen meinen Freunden und mir umstritten. Für beide Thesen gibt es Belege.
(Schota Kareli ist die 60km nach Tbilissi auf der Flucht ausschließlich nachts zu Fuß gelaufen; tagsüber hat er sich mit Freunden versteckt.)

Interviews: Karu Williams, Fotos: Sönke Henning Tappe



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Unser Auto nach der Beschießung in Gori / Our car after the shooting in Gori

Wahrheit ist ein seltenes Gut in Kriegszeiten. Deshalb wollen wir die Fehler, die uns bei der Berichterstattung unterlaufen sind, hier berichtigen.
Das Auto sieht besser aus, als wir es in Erinnerung hatten. Die beiden Reifen auf der Fahrerseite sind intakt geblieben, ebenso das hintere Fenster auf der Beifahrerseite.

Truth is seldom in times of war. This is why we want to correct the errors in our report about the incident. The car looks better than we thought. Both tires on the driver's side stayed intact. Also, on the same side the window in the passenger's side is unbroken.


Es sind 13 Einschusslöcher auszumachen. Eine Kugel hat die Motorhaube und den dahinter befindlichen Kühler durchschlagen. Das Kaliber beträgt wahrscheinlich, das müssen wir noch nachprüfen, 5,45 mm. Dabei handelt es sich um eine ursprünglich von der NATO verwendete Größe, die von der Sowjetunion im Zuge einer Neuauflage der Kalaschnikow übernommen wurde. Dieses Modell, die AK-74, ist heute Standartwaffe der russischen Armee. Es wird mit einem Magazin mit 30 Patronen bestückt. Diese wurden vermutlich alle auf uns abgefeuert. Interessant ist, dass meine Frau eindeutig ein Dum-Dum-Geschoss in den Oberkörper bekam, während es sich bei dem Geschoss, das den Kühler durchschlug, um ein reguläres Geschoss gehandelt haben muss. Dum-Dum-Geschosse sind laut Kriegsrecht verboten. Möglicherweise wurde jede zweite Patrone von Hand präpariert.

I found seven bullet holes so far. One bullet hit hood and passed the radiator. The caliber of the bullets probably was 5,45 mm. That is a size that was introduced by NATO-forces first and later adopted by the Sowjetunion, when the Kalashnikov AK-74 was invented as a successor to the original AK-47. It is now the standard automatic rifle of russian troops. The magazine of 30 bullets was probably emptied while shooting at us. It is interesting, that the bullet, that hit the upper part of my wife's body, surely was a dum-dum-bullet, while on the other hand side the radiator must have been hit by a regular one that passed on to the motor block. My suspicion is, that about every second bullet was prepared by hand.



Es stellt sich nun, falls die Vermutung richtig ist, die Frage, wie Zivilisten an ein Gewehr der russischen Streitkräfte gelangen konnten.
If my conclusions are correct, the question is: How did civilians get a hold on a russian military rifle?
Das Auto habe ich mit Hilfe eines Abschleppservice am 23. August aus Gori abgeholt. Etwa alle 200 Meter stand leicht gewaffnetes georgisches Militär, nachdem die russische Armee Gori am Vortag verlassen hatte. In Außenbezirken war immer noch mit Scharfschützen zu rechnen. Es war schon ein merkwürdiges Gefühl wieder nach Gori zu fahren, zumal wir kurz vor Gori eine Explosion erkennen konnten. Das Bild, durch die Windschutzscheibe geschossen, entstand wenige Sekunden, nachdem der hohe Feuerstrahl verschwunden war.

On the 23rd of august, that is two days ago, I hired a towing-service to pick up the car in Gori. Every 200 m, georgian military could be seen with light weaponry. The day before, russian troops had left Gori. In the outscirts the situation wasn't totally safe yet, as I was told. I had mixed feelings approaching Gori, which became worse, when we saw a big explosion somewhere in or near Gori, while we were still approaching the city with the breakdown lorry. I took this picture a few seconds after the fireball had disappeared.


An der Straße nach Gori fanden sich einige Truppentransporter und Panzer, die völlig zerstört waren. Wie wir auf dem Rückweg wieder ungefähr 30 km vor Tbilissi waren, kamen uns gepanzerte georgische Militärfahrzeuge entgegen: ein T72, ein Schützenpanzer sowie Artillerie.

On the road from Tbilisi to Gori, we saw quite a few troop transporters and tanks, that were badly smashed. When we drove back, about 30 km before Tbilisi appeared a T72, a shooting tank and artillery heading towards Gori.

Hier passierte es. Dort, wo jetzt zwei improvisierte Kugelfänge stehen, standen die beiden Polizeiautos quer auf der Straße. Dahinter die Gruppe von Zivilisten, aus deren Mitte wir beschossen wurden.

Here is the street where it happened. Between the two make-shift backstops stood the two police-cars blocking the road. Behind them the group of civilians; one of the the guys who shot at us wore black shorts.



Die Tankstelle auf der linken Seite, vom selben Standpunkt fotografiert. Das Auto kam schließlich an der rosafarbenen Wand zum Stehen, wo jetzt der Fiat Punto abgestellt ist. Die ganze Szenerie wirkt jetzt furchtbar banal. Als meine Frau realisierte, was geschah, dachte sie: Was für ein sinnloser Tod!

The petrol-station to the left, seen from the same standpoint. The car finally hit the pink wall (where the Fiat Punto stands). The whole scenery looks so banal now. Just like my wife thought when she realized what happened: What a silly way to die!



Es gibt jetzt sicher eine ganze Reihe von Leuten in Süd-Ossetien, die die Szene beobachtet haben oder einfach nur wissen, wer geschossen hat. Ich will wirklich keine Rache und fühle gar keine Wut in mir. Ich würde nur gern wissen, wer geschossen hat und warum. Das ist die eine, letzte Frage, die mich vermutlich nie loslassen wird. Und ich möchte das Gesicht sehen von dem Menschen, der auch unsere kleinen Kinder töten wollte. Ich hoffe, dass ihn wenigstens jemand auf diese Blogseite aufmerksam macht und er sich diejenigen anschaut, die seiner Mordlust entkommen sind.

There must be quite many people in South-Ossetia who watched the scene or know who shot. I honestly don't seek revenge or do I feel hatred at all. I would just like to know why this guy shot us. It is the final question, which will probably never let us loose until we get an answer. And I'd like to look into the face of this guy who wanted to kill our little children, too. At least I hope somebody will show him my blog, where he can see who escaped his lust to kill.


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Spenden Mariam Amarova

Es haben in den vergangenen Tagen gespendet:
Siemers 20 Euro / Ziebell 20 Euro / Weber 10 Euro / Burmeister 20 Euro

Allen Spendern und Spenderinnen herzlichen Dank! Bitte machen Sie auch Bekannte und Freunde auf diese Spendenaktion aufmerksam.

Tappe

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Putin: Wir werden die Verantwortlichen bestrafen! We will punish those, who are responsible!

Have a close look, Mr. Putin, at those families, that you punished:
Schauen Sie genau hin, Herr Putin, wen Sie bestraft haben:


Zum Beispiel: Familie Gwiniaschwili. Koba, 41 J. und seine schwangere Ehefrau Irma, 30 J.


"Ich arbeite auf dem Basar von Gori. Eines Tages sehe ich am Himmel eine SU-25 (ich war frueher einmal Soldat, daher kenne ich mich aus). Die erste Bombe fiel neben eine Kirche, die zweite traf eine Fabrik. Die Familie meiner Frau hat das Vieh in den Stall getrieben und ist in ein etwa 15 km von Gori entferntes Dorf geeilt. Am nächsten Tag hatten wir schon gehofft, dass alles vorbei sei, und fuhren zurueck nach Gori. Leider trog die Hoffnung. Die russischen Flugzeuge bombardierten georgische Panzer. Deswegen habe ich meine Frau wieder aufs Dorf gebracht. An diesem Tag fiel etwa 20 m neben unserem Haus eine Bombe. Drei Menschen starben, fünf weitere wurden verletzt. Das Haus der Eltern wurde erheblich beschädigt, lässt sich aber wieder reparieren. Das eigene Haus in Gori glaubt er nicht wiederzusehen. In der Nähe stand georgische Artillerie."
Jetzt lebt das Paar in einem provisorischen Flüchtlingsheim auf der Tschawtschawadse-Straße in Tbilissi, wo sie über keine Matratzen und vor allem kein fließendes Wasser verfügen. Sie leben von der Hoffnung, eines Tages nach Hause zurückkehren zu können.


2) Zum Beispiel Naili Dilimaschwili, die sich in der selben Unterkunft als Flüchtling registrieren lässt:



"Ich bin 57 J. alt und stamme aus Gori. In der Nähe meines Hauses befindet sich eine Kaserne. Als die erste Bombe fiel, bin ich so schnell es ging erstmal nach Kaspi geflüchtet. Jetzt wohne ich hier mit zwei Kindern und drei Enkelkindern. Eines davon ist gerade einmal 18 Tage alt."


3) Zum Beispiel Marine Muziaschwili (links):



"Ich stamme aus dem kleinen Dorf Garedschwari aus dem Bezirk Gori. Wir sind geflüchtet, als Russen, Osseten und Kosaken in unser Dorf eindrangen. Sie haben in die Luft geschossen. Wir durften nichts mitnehmen und mussten über die Felder davonlaufen. Später haben uns Nachbarn mit dem Auto nach Tbilissi gebracht. Nun wohne ich hier mit meinen zwei Kindern und den Enkelkindern. Mein Haus, so habe ich inzwischen erfahren, ist nicht zerstört worden, es wurde aber vieles entwendet." Fr. Muziaschwili und ihre Angehörigen sind in einer Grundschule im Stadtteil Wake untergekommen, wo es immerhin fließend Wasser und provisorische Kochgelegenheiten gibt.

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Doctors and nurse at Aramiansi-clinic, Tbilisi / Aerzte und Krankenschwester der Aramianzi-Klinik Tbilissi

Guga Saalischwili operierte meine Frau:
Mr. Guga Saalischwili operated my wife:




Ansori Olgeschwili, Chefarzt der Abteilung:
Mr. Ansori Olgeschwili, head of departement:




Unsere Lieblingskrankenschwester, Fr. Nana Berdsenischwili:
Our favourite nurse, Mrs. Nana Berdsenischwili:




Ihnen allen und dem gesamten Personal, das sich ruehrend um uns kuemmerte, moechten wir an dieser Stelle ganz herzlich danken.
We thank you all and the whole staff, who cared so well for us, so much! We were in the best hands we could think of.


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Spenden Mariam Amarova

Bisher gingen ein (in Reihenfolge des Eingangs der Spenden):
Kolz - 100 Euro / Cakircali - 50 Euro / Burmeister - 20 Euro / Weber - 10 Euro
Allen Spenderinnen und Spendern ganz herzlichen Dank!
Ueber die Verwendung der Gelder werde ich Sie selbstverstaendlich auf dieser Seite auf dem Laufenden halten.
Und hier noch einmal der urspruengliche Spendenaufruf:
Mariam Amarova wurde am 30.7. 08 auf dem Gelände eines vom russischen Militär verlassenen Munitionsdepots durch eine Mine so schwer verletzt, dass ein Fuß mitsamt dem halben Unterschenkel amputiert werden musste.
Sie braucht eine gute Prothese und Reha, vielleicht in einer darauf spezialisierten Klinik in Deutschland.
Sollten die eingehenden Spenden es erlauben, werde ich auch Verletzte des gegenwärtigen Krieges unterstützen. Über die Verwendung der Spenden werde ich auf dieser Seite Rechenschaft ablegen. Ich versichere, dass 100 Prozent der Spenden bei den Opfern ankommen werden. Dabei anfallende Kosten für Fahrten, Telefonate, Überweisungen etc. werde ich selbst übernehmen.

Herr Thomas Roth von der ARD hat mir heute morgen versprochen, sich ebenfalls für das Mädchen einsetzen zu wollen.



Bitte helfen Sie die Not dieses jungen Mädchens und anderer Opfer in Georgien zu lindern.

Den Link zum Zeitungsartikel finden Sie weiter unten.


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Josef Joffe in der ZEIT ueber den richtigen Umgang mit Russland

M.E. der bisher beste in den deutschsprachigen Medien erschienene Artikel ueber den richtigen Umgang Europas mit Russland. Absolut lesenswert!

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Qualität der Nachrichten auf Spiegel Online / Quality of news on Spiegel Online

Am 14. August berichtete SPIEGEL online von unserer Geschichte. Wir waren in Gori in einen Hinterhalt vermutlich süd-ossetischer Zivilisten geraten.

Spiegel-Artikel: Deutsche bei Schießerei nahe Gori schwer verletzt

Spiegel-Redakteur Matthias Gebauer rief mich am 13. August abends an und bat um ein Interview für den nächsten Tag. Vorab gab ich ihm im Rahmen eines etwa fünfminütigen Gesprächs einige wichtige Informationen. Er gab mir auf explizite Nachfrage sein Wort, mir das zu veröffentliche Interview VOR Erscheinen vorzulegen. Für den nächsten Tag war weiterhin ein Treffen vereinbart worden.

Herr Gebauer hat aber nicht nur sein Wort gebrochen, als er ohne Autorisierung die Informationen ins Netz stellte, sondern ihm sind eine Vielzahl von sachlichen Fehlern unterlaufen, die einen Einblick in die journalistische Qualität seines Schaffens sowie die Verlässlichkeit von SPIEGEL online geben:

-- Die Schießerei fand am Ortsausgang von Gori statt, nicht "in der Nähe von Gori".

-- Mein Alter, dies wurde inzwischen auf meinen Hinweis hin korrigiert, ist 44, nicht, wie ursprünglich behauptet, 43.

-- Meine Lunge wurde nicht von mehreren "Kugeln" getroffen, sondern von Schrapnellen, wie sie durch den Aufprall von Dum-Dum-Geschossen entstehen.

-- Keines der in meiner Lunge steckenden Geschosse wurde, wie Herr Gebauer wissen will, bisher entfernt.

-- Meine Frau ist nicht "deutsche Staatsangehörige", sondern besitzt die georgische Staatsbürgerschaft.

Sollten alle Artikel auf SPIEGEL online so gründlich recherchiert worden sein wie im vorliegenden Fall, würde dies in meinen Augen die Glaubwürdigkeit von SPIEGEL online erheblich erschüttern.

Anmerken möchte ich noch, dass sich SPIEGEL online bisher geweigert hat, mir das unautorisiert abgedruckte Interview zu vergüten. Ich gedenke u.a. den Deutschen Presserat einzuschalten und behalte mir rechtliche Schritte vor.

Andererseits hat SPIEGEL online durch das Wirken von Herrn Matthias Gebauer folgende Presseorgane zu seinem eigenen Vorteil mit Falschinformationen beliefert, die ich in den kommenden Tagen benachrichtigen werde:

Focus
Netzeitung
NGZ-online
RP-online
Stern
Welt
WZ-online

Zu meinem Vorschlag einer gütlichen Einigung hat sich die Redaktion von SPIEGEL online bisher ebenso wenig äußern mögen wie der verantwortliche Redakteur. Auch hat sich Herr Matthias Gebauer mir gegenüber nicht für Fehler und Wortbruch entschuldigen mögen.





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Putin and Medvedev in the Caucasus / Putin und Medwedew im Kaukasus


as seen a few days ago at a Tbilisi bus-station. What a nice couple of happe cynics! France and Germany: Stop appeasement politics!

gesehen vor ein paar Tagen an einer Bushaltestelle in Tbilissi. Fröhlich lächelnde Zyniker. An die Adresse von Frankreich und Deutschland: Machen Sie endlich Schluss mit der naiven Appeasement-Politik!

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Wer wollte uns töten? Who wanted to kill us?

in short: Probably South-Ossetian civilists. There were about 15 of them blocking the street. The guy who shot at us wore black shirts. Next to him stood a lady in a red dress with a small child on her arms.

in Kürze: Wahrscheinlich Süd-Ossetische Zivilisten. Wir wurden aus einer Gruppe von etwa 15 Personen beschossen. Der Schütze trug schwarze Shorts. Neben ihm stand eine Frau im roten Kleid mit einem Kleinkind auf dem Arm.

Ilja, 4 years old, injured by scattering glas. Three days afterwards.
Ilja, 4 Jahre alt, verletzt durch herumfliegende Glassplitter. Foto drei Tage nach dem Anschlag.

The wounds of my wife, caused by a dum-dum bullet beneath her arm and 5 single scrapnells. There are still about 25 inside her body after the biggest ones were taken out. Photo six days afterwards.
Die Wunden meiner Frau. Unter der Achselhoehle explodierte ein Dum-Dum-Geschoss. Die groesseren Teile wurden in einer Notoperation entfernt, etwa 25 bis 30 kleine befinden sich noch in der Wunde. Fotos vom heutigen Tag, 6 Tage nach dem Anschlag.




A painful wound on the knee. But thanks god, she will be able to move it like before, as her doctors say.
Ein aeussert schmerzhafte Knieverletzung, die aber Gott sei Dank keine Beeintraechtigung der Gelenkfunktion bedeuten wird, wie die Aerzte sagen.


One scrapnell scratched the right wrist. Again, there will probably be no further complications. It hit the hand of my wife just in the moment she pushed our dauther's head down. Otherwise it would have hit the little one's head...
Ein Schrapnell traf das rechte Handgelenk, nachdem meine Frau gerade den Kopf unserer Tochter herunter gedrueckte hatte. Dieser Splitter waere sonst in den Kopf des Kindes eingedrungen. Die Hand laesst sich in gewohnter Weise bewegen, schmerzt aber - wie alle Wunden.



Sopiko, 4 years old, no physical injuries. Three days afterwards.
Sopiko, 4 Jahre, koerperlich unversehrt. Drei Tage nach dem Anschlag.


My back, 6 days afterwards. I was lucky I was able to bend out of the door and as low as possible. This was the moment I got shoot. Six days afterwards.
Mein Ruecken. Am 6. Tag nach dem Anschlag. Ich habe mich glücklicherweise sehr tief aus der Tür hängen lassen. In diesem Moment wurde ich getroffen.

One scrapnell of about 6 mm in diameter as well as 3-4 less in the size of lentils or smaller hit my lungs and are still inside. If I had bent out just an instant later, my spine would have been hit.

Ein Schrapnell von ca. 6mm Durchmesser sowie 3-4 von etwa Linsengroesse befinden sich in meiner Lunge. Haette ich mich einen winzigen Moment spaeter niedergebeugt, waere meine Wirbelsaeule getroffen worden.

The bloody face of Ilja, fotographed by British reporters in front of the first-aid clinic in Gori, became one of the faces of this war. Protesting Georgians held up enlargements in front of the russian embassy in Washington.
Iljas blutueberstroemtes Gesicht, fotografiert von britischen Reportern vor der Notaufnahme in Gori, wurde zu einem Gesicht des Krieges. Vor der russischen Botschaft in Washington protestierende Georgier hielten das Bild in Vergroesserung in ihren Händen.

Here's a link to an interview (in German):
Hier ist ein Link zum Interview auf RTL:

Interview

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Spendenadresse Mariam Amarova u.a.

Mariam Amarova wurde am 30.7. 08 auf dem Gelände eines vom russischen Militär verlassenen Munitionsdepots durch eine Mine so schwer verletzt, dass ein Fuß mitsamt dem halben Unterschenkel amputiert werden musste.
Sie braucht eine gute Prothese und Reha, vielleicht in einer darauf spezialisierten Klinik in Deutschland.
Sollten die eingehenden Spenden es erlauben, werde ich auch Verletzte des gegenwärtigen Krieges unterstützen. Über die Verwendung der Spenden werde ich auf dieser Seite Rechenschaft ablegen. Ich versichere, dass 100 Prozent der Spenden bei den Opfern ankommen werden. Dabei anfallende Kosten für Fahrten, Telefonate, Überweisungen etc. werde ich selbst übernehmen.

Herr Thomas Roth von der ARD hat mir heute morgen versprochen, sich ebenfalls für das Mädchen einsetzen zu wollen.



Bild und Text auf Rustavi2

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Rückblick: Proteste in Tbilissi am / Looking back to the protest rallye in Tbilisi on 8.8.08

I took these pictures at a protest rallye at Tshavtshavadze-street around midnight (8th to 9th august). It had been a hot day, as I remember, and so were the feelings of the crowd. It was a cheerfull row of some hundreds, marching from the russian embassy (or, as one demonstrator put it, "the devil's embassy") to Tavis suplevis moidani, that is Freedom square.

Ich habe diese Bilder auf dem Protestmarsch auf der Tschawtschawadse aufgenommen, etwa gegen Mitternacht vom 8. auf den 9. August. Es war ein heißer Tag, und so waren auch die Gefühle der Teilnehmer. Der Marsch zog sich hin von der russischen Botschaft (der Botschaft des Teufels, wie sich ein junger Mann ausdrückte) zum Tawis suplebis moidani, also dem Freiheitsplatz.

The blowing of horns almost blasted my ears away.
Das Gehupe der Autos war ohrenbetäubend.


I had very mixed feelings. About war itself. But even more about the outcome. It seemed to me, as if a large number of participants actually believed, the sacking of Tschinvali meant victory. I couldn't believe this naivity, as it was clear, the tiny georgian army could never win over russian forces.

Ich hatte sehr gemischte Gefühle. Über den Krieg selbst natürlich. Aber noch mehr über das drohende Ende. Mir schien, dass ein großer Teil der Demonstanten tatsächlich schon glaubte den Krieg mit der Einnahme Tschinwalis (spricht man Ts - chin - wali) gewonnen zu haben. Eine unglaubliche Naivität angesichts der erdrückenden Übermacht der russischen Armee.


As you can see from this picture, a woman holding up religious votiv tablets expressed her ethnic belonging. (Beeing georgian implicates to many Georgian firstly speeking Georgian and secondly membership in the Georgian Orthodox Church. There are muslim Georgians in the South-West, the autonomous region of Adjara. But that's a different story.)

Diese Frau hält Votivtäfelchen hoch und zeigt damit ihre Solidarität mit der gesamten Georgischen Nation. Sprache und Mitgliedschaft in der Georgischen Orthodoxen Kirche sind geradezu konstitutiv für die georgische Nationalität. (Es gibt im Südwesten, an der Grenze zur Türkei, allerdings auch muslimische Georgier. Aber das ist eine andere Geschichte.)

Of course it was quite a crowd of people gathering for this protest march. But if you take 1,5 million inhabitants of Tbilisi into account, they weren't that many. These believers stayed off the buzz. Patriarch Ilja II. prayed, it was the next day, if I remember correctly, for peace and unity. That was an interesting combination in face of this conflict!
Es nahmen zwar sicher absolut gesehen viele Menschen ander Demonstration teil, angesichts der 1,5 Millionen Einwohner Tbilissis war die Zahl jedoch aus meiner Sicht nicht beeindruckend. Diese Gläubigen hielten sich fern und beteten. Patriarch Ilja II. sprach in seiner Andacht (ich meine am nächsten Tag) eine Fürbitte für Einheit und Frieden. Was für eine interessante Kombination angesichts des Konflikts!

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Georgian Tank near Gori / Georgischer Panzer nahe Gori




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South-Ossetian Conflict / Konflikt um Süd-Ossetien




Heute wurden Wehrpflichtige und Freiwillige am Stadion in Tbilisi registriert und mit insgesamt sechs Bussen an die Südossetische Front geschickt. Einige Frauen weinten; die meisten Menschen aber sahen gefasst aus. Mein Eindruck war, dass viele Freiwillige darunter waren.
Einer, mit dem ich auf Englisch sprach, war voller Hass und meinte, es sei ihm egal, ob er selbst getötet werde, er hoffe nur, dass er möglichst vorher möglichst viele "motherfuckers" töten würde. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass viele dieser Jugendlichen noch nicht begriffen hatten, was Krieg bedeutet. Sie sahen eher aus, als würden sie ins Sommer-Trainingslager fahren:

Today, six busses with draftees and volunteers were sent from the stadium in Tbilisi to the South-Ossetian front. Most people seemed calm; only a few women were fighting with tears. One of the volunteers, with whom I could speak in English, was full of hatred, saying this conflict could only be solved by force. It didn´t matter to him if he was killed as long as he´d kill many "motherfuckers" before. All in all, I had the impressions that many of these youngsters didn´t realize what war really means.
They looked to me as if the went off for a summer-camp:





Segnung durch einen orthodoxen Priester
Blessing by an orthodox priest







Eltern verabschieden sich.
Parents waving good-bye.



Mehr Informationen:
Spiegel online
Zeit online
polskaweb
Deutsche Welle


More information:
Civil georgia
Timesonline
Guardian unlimited

Abgesehen von all den humanitären Fragen - Krieg ist das Letzte, was Georgien jetzt gebrauchen kann. Die ökonomische Situation hat sich in den letzten Jahren für einen großen Teil der Bevölkerung deutlich verbessert. Politische Unsicherheit würde das Ausbleiben
von Investitionen und Touristen bedeuten.

War is, apart from all the humanitarian issues, the last thing Georgia needs. During the last years, the economic situation has improved for a great part of the population. With instability
rising, investers will avoid the danger just like the tourists...


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