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Photos from Abkhazia

Four Lithuanian students from the Vilnius University, studying politics and journalism, who are doing exchange program with the Tbilisi State University, traveled to Abkhazia in late November. 

--> civil georgia

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Was bedeutet der Besuch von Obama für Georgien?

"Für Moskau ist das Leben wieder in Ordnung" (Die Presse)
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Tatsächlich kann man die russische Tagesordnung für die Außenpolitik den Amerikanern gegenüber auf drei Positionen zurückführen: Haltet euch aus unseren Angelegenheiten (d.h. aus der GUS) heraus; baut keine globalen Raketenabwehrsysteme auf (erst recht nicht vor unserer Nase); und achtet unseren Großmachtstatus. Der Konflikt bezüglich dieser Positionen im Sommer und Herbst vorigen Jahres setzte die russisch-amerikanischen Beziehungen zurück in die Zeiten von Andropow und Reagan. Im Kaukasus wurde ein amerikanischer Satellitenstaat „geschlagen“, und man drohte damit, in Kaliningrad taktische Boden-Boden-Raketen des Typs Iskander aufzustellen. Anstelle von Achtung machte sich tiefes gegenseitiges Misstrauen breit.
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Moskau seinerseits wird versuchen, Obama dazu zu bringen, die Positionen zu festigen, die Russland ins Konzept passen. In erster Linie betrifft das Georgien, die weitere Erweiterung der NATO Richtung Osten und die Raketenabwehranlagen in Polen und Tschechien. Als ob nicht bereits sechzig Jahre vergangen wären, spricht man in den Couloirs über geopolitische Tauschgeschäfte: Iran gegen Ukraine, Kosovo gegen Abchasien und Südossetien usw. Man schlägt einen neuen Vertrag zur Sicherheit in Europa vor, in dem Moskau nur ein Punkt interessiert, der ungefähr so lautet: „Keine der existierenden militärisch-politischen Unionen in Europa wird ihre Mitgliederanzahl ohne Zustimmung der anderen Unterzeichner dieses Vertrags erhöhen.“ Es ist klar, dass ein solcher Vertrag nicht unterzeichnet werden kann. Es ist auch klar, dass eine „juristisch verbindliche“ Fixierung der derzeitigen Moskau genehmen Position Washingtons nicht gelingen wird. Unter bestimmten Umständen können sich sowohl Georgien als auch die Ukraine und die Raketenabwehranlagen wieder bemerkbar machen.
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In der europäischen Richtung der Außenpolitik sollte Russland die Versuche aufgeben, den „Geist von Helsinki“ in Form eines Pakts zwischen der NATO und der OVKS (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit) mit einer fixierten Neutralität der Ukraine, Georgiens und anderer wiederauferstehen zu lassen, sollte direkt mit seinen Nachbarn zusammenarbeiten und nicht mit den USA, Deutschland und Frankreich über die Köpfe der anderen hinweg. Die europäische Sicherheit wird derzeit von zwei paranoiden Ideen geschwächt: der russischen bezüglich der Machenschaften des „hinterhältigen Amerika“; und der Nachbarn Russlands bezüglich des „revanchistischen Kreml“. Die erste Paranoia muss Washington behandeln, die zweite Moskau. Diese Arbeit erfordert Achtung für die „Kleinen“, die Berücksichtigung ihrer Interessen, ihrer psychologischen Verletzungen und vieles andere mehr, was Russland von den USA fordert, aber in seinem eigenen Umgang mit den „Grenzstaaten“ nicht für notwendig hält. Man muss sich ein für alle Male klarmachen: Die Ukraine, Georgien, Weißrussland, Moldawien und alle anderen (einschließlich dem Irak, Iran, Afghanistan) treffen ihre eigenen Entscheidungen. Das große Spiel ist vorbei. Eine Großmacht ist heutzutage nicht die, die jemand anderem etwas aufzwingen kann, sondern die, die Anziehung ausübt und anlockt – nicht ein Hegemon, sondern ein Leader.
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Lesen Sie den ganzen Artikel bei Die Presse.

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Russland Aktuell: Kaukasus-Konflikt: Georgien bietet Nichtangriffs-Pakt


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Georgien kommt damit Russland einen Schritt entgegen – aber nur einen: Russland fordert einen solchen Nichtangriffs-Pakt, will aber dabei durchsetzen, dass die Regierung in Tiflis dabei auch Abchasien und Südossetien als Vertragspartner anerkennt. Bokerija bekräftigte, dass Georgien dazu nicht bereit sei.
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Lesen Sie den vollständigen Artikel unter Russland-Aktuell.

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Leserbrief an Alice Bota in der ZEIT: "Krieg, Schuld und Nebel"

Alice Botas Artikel:

"Die ganze Welt rätselt: Wann hat der georgisch-russische Krieg angefangen? Vor dem ersten Schuss. Wer hat ihn zu verantworten? Zwei Männer. Eine Spurensuche in Georgien"

Der gesamte Text findet sich hier.


Mit Ihrer Darstellung ähnlicher Charakterzüge Putins und Saakaschwilis greifen Sie durchaus EINEN Aspekt des gegenwärtigen russisch-georgischen Konflikts auf. Aber die Frage, welche Seite im August angefangen hat, wird wohl niemals eindeutig zu klären sein. Die im Artikel präsentierten Fakten sind jedenfalls nicht neu.
Leider gehen Sie nicht auf die Vorgeschichte und die weiteren Konfliktparteien ein. Wie in der deutschen und internationalen Presse üblich, entsteht somit der Eindruck, der Konflikt sei in erster Linie als Konflikt zwischen den USA bzw. der NATO und Russland. In diesem Zusammenhang wird oft auf Sicherheitsinteressen Russlands und aggressive amerikanische Außenpolitik gegenüber Moskau verwiesen.

Daraus ergibt sich die Schieflage in der Bewertung, die derzeit als vorherrschende Meinung durch die Presse geht. Die Vorgeschichte, seit Anfang der Neunziger Jahre, in denen Georgien durch mehrere Sezessions- UND Bürgerkriege (in Tbilissi) im Chaos zu versinken drohte, darf nicht außer acht gelassen werden. Dazu gehören dann auch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen, die im Kaukasus allerorten von ehem. KGB- und Kombinatsleitern aufgebaut und nicht selten auch mit Waffengewalt verteidigt wurden. In Georgien waren dies der Abaschidse-Clan in Adscharien (an der türkiischen Grenze, Hauptstadt Batumi) - Abaschidse, im Moskauer Exil, wurde im August als mögl. Moskauer Marionette als Nachfolger von Saakaschwili gehandelt -, Süd-Ossetien, wo mit Billigung der georgischen Regierung unter Schewardnadse der Schmuggel blühte, Abchasien, die Cote d´Azur Georgiens, wo nicht zuletzt wirtschaftliche Interessen der russischen Oligarchie eine erhebliche Rolle spielten, sowie weitere mehrheitlich nicht von Georgiern bewohnte Gebiete. Es leben in Georgien ca. 60 verschied. Ethnien!
Während Moskau den nordkaukasischen Sezessionismus, insbesondere in Tschetschenien, seit den frühen Neunziger Jahren mit grausamer Unterdrückung bekämpft, unterstützte der Kreml im Südkaukasus (auch: Berg-Karabach!) die Separatisten.
Als die Sowjetunion zerbrach, waren die Völker geradezu im Rausch - ohne sich im Klaren darüber zu werden, welche Konflikte durch den Rückgriff auf glorreiche Zeiten und die jeweils größte Ausdehnung ihrer früheren Reiche entstehen würden. In Tbilissi gab es z.B. ein paar überwiegend kurdisch besiedelte Straßenzüge, wo ein unabhängiges Kurdistan proklamiert wurde!
Moskau verfuhr zweigleisig. Es unterstützte die Separatisten und schickte dann UN-Blauhelmsoldaten in die beiden Provinzen. In der Nähe von Tbilissi und in Adscharien (s.o.) wurden große russ. Militärbasen erhalten. Mit dieser Maßnahme schien der russ. Einfluss auch nach dem Ende der UdSSR gesichert. In Tbilissi übernahmen Mafia-Paten die Macht, um schließlich von Schewardnadse, dem ehem. sowjet. Außenminister, ausgebootet zu werden. Schewardnadse war lange genug Teil des Moskauer Apparats gewesen, so dass man sich kannte und einschätzen konnte.
So wie mit Berg-Karabach, wo Moskau eine Lösung trotz anderslautender Bekundungen gerade nicht anvisiert, um so seine Macht zu erhalten (und Druck auf beide Staaten ausüben kann - aber das ist ein anderes Spannungsfeld, in dem auch die Türkei eine wichtige Rolle spielt), so hielt Moskau die Konflikte um Abchasien und Süd-Ossetien stets am Köcheln.
Mit Saakaschwili war damit allerdings Schluss. Schon bald nach seiner Amtsübernahme wurde sowohl Polizei- als auch Zollpersonal komplett ausgetauscht. Die Schmuggelgeschäfte Kokoitys (und seines Clans), der offenbar über Geschäftsbeziehungen bis in die russische Unterwelt unterhält, wurden dadurch empfindlich gestört. (Ich selbst bin 1998 mit meinem PKW mit dt. Kennzeichen von Gori nach Zchinwali gefahren und wurde an der "Grenze" überhaupt nicht kontrolliert!)
Gleichzeitig war durch die enormen Einnahmen Russlands aus Energiegeschäften viel Geld in die Hände der Oligarchie gelangt. Abchasien, nahe Sotchi gelegen (Olympia!), wurde nach und nach zum Spekulationsobjekt. Während dies in Abchasien kritisch gesehen wird, weil sich die auf Unabhängigkeit bedachten "Ur-"Einwohner Suchumis kaum noch Wohnungen leisten können, trat Kokoity stets als Hardliner auf, der kompromisslos den Anschluss Süd-Ossetiens an die Russ. Föderation (mit Nord-Ossetien vereint) forderte. Russ. Blauhelme sorgten zuverlässig dafür, dass an der "Verwaltungsgrenze" keine Ruhe einkehrte. Auf georg. Seite profitierte die Regierung Schewardnadse davon (Schewardnadse wurde von der Mehrheit der Georgier bestenfalls als notwendiges Übel gesehen) - und unterstützte vermutlich auch ihrerseits Freischärler. Saakaschwili sprach vielmehr von den "ossetischen Brüdern und Schwestern", unterstützte eine süd-ossetische, pro-georgische Exilregierung (mit mäßigem Erfolg) und förderte gemischt besiedelte Dörfer auf georgischer Seite durch Infrastrukturmaßnahmen bis hin zum Bau eines Kinos. Die Regierungspartei schickte viele Vertreter nationaler Minderheiten als Abgeordnete ins Parlament.
(Ähnliche Beispiele gab es in Bezug auf die unruhige armenische Minderheit in der Provinz Jawacheti.)
Die alte Strategie des "Teile und herrsche!" hätte vielleicht noch lange funktioniert, wenn sich im Laufe der Jahre nicht die Gewichte verschoben hätten. Als sich der Kreml für die Unterstützung Armeniens, Abchasiens und Süd-Ossetiens entschied, war für die meisten Moskauer Politiker, die vor ganz anderen Problemen standen, wohl nicht ersichtlich, dass das Kaspische Meer Objekt westlicher Energieinteressen werden könnte (BTC-Pipeline in Konkurrenz zur Pipeline Baku-Grozny-Noworossisk!). Ein stabiles, nationalbewusstes, wirtschaftlich erfolgreiches Georgien wurde von Moskau als Bedrohung seines Einflusses wahrgenommen. Seitdem bekommt die pro-armenische Unterstützung Moskaus aus Sicht Eriwans eine mitunter gefährliche Schieflage. Nicht auszuschließen, dass Moskau seine Ambitionen stärker in Richtung Baku ausrichtet - dorthin schließlich, wo die Energie gefördert bzw. über das Kaspische Meer angelandet wird.
So hängen z.Zt. Süd-Ossetien und das von zwei Seiten eingeschlossene Armenien, das sich immer noch im lauwarmem Krieg mit Aserbaidschan befindet (mit mehreren Toten pro Monat an der "Grenze" durch Scharfschützen), im Grunde am Moskauer Tropf. Das Erstaunen der russ. Soldaten angesichts der Ausstattung georg. Kasernen nach NATO-Standard spricht Bände! Einzig Abchasien mit seiner spektakulären Küste lohnt sich für Moskauer und Petersburger Investoren. Wenn man so will, hat der Kreml mehrfach aufs "falsche Pferd" gesetzt.
Seit Saakaschwilis Machtübernahme und der zunächst sehr erfolgversprechenden Rosenrevolution erfreute sich Georgien nicht nur in Washington großen Interesses. Die Bundesrepublik hat seit der Ära Schewardnadse in vielen Bereichen Erhebliches geleistet, etwa im Bereich des Naturschutzes, des Bildungswesens, der Verwaltung u.a. Damit ist Georgien nun in der Lage, über seine Zukunft selbst zu bestimmen. Trotz eingeschränkter Pressefreiheit, uneiniger Opposition und unterschiedlicher Geschwindigkeiten in Tbilissi bzw. den Provinzen hat sich eine bürgerliche Schicht und Mentalität ausgebreitet, die die Freiheit als westliche Errungenschaft begreift und sich in Lebensstil, Geschmack und politischen Überzeugungen mehr und mehr an Europa orientiert. Diesen Fortschritt sehen Georgier durch den russischen Imperialismus, der die Zerteilung des Landes zur Durchsetzung seiner Interessen in Kauf nimmt, bedroht.
Leider wird in Deutschland oft übersehen, dass etwa ein Drittel der auf georgischem Staatsgebiet lebenden Osseten im von Tbilissi beherrschten Teil leben. Nachdem ich, meine georg. Frau und unsere beiden Kinder am 8. August bei Gori bei einem Beschuss durch ossetische Zivilisten nur wie durch ein Wunder überlebt haben, entschuldigte sich ein paar Tage später wortreich ein Ossete, der mit seinen georg. Freunden in einer Tbilissier Bar saß. In einer mit mir befreundeten georg.-russ.-ossetischen Familie, wohnhaft in Tbilissi, bedauert man sehr die Spaltung unter den Osseten durch die Politik Kokoitys. Wie man dort über Putin denkt - und welches Bild er von den Russen im Ausland verbreitet! -, will ich hier nicht schildern. Anders als in Süd-Ossetien, wo die georgische Minderheit um ihr Leben fürchten musste (so dass auch alte Menschen sich oft tagelang im Wald versteckten), gab es auf von Tbilissi kontrollierten georgischem Boden m.W. keine Ausschreitungen gegen Osseten.

Sowohl der korrupte Kleptokrat Kokoity, der mit seinem Clan die am Boden liegende Wirtschaft Süd-Ossetiens beherrscht, als auch Saakaschwili, der spätestens seit der gewaltsam niedergeschlagenen Demonstration vom 7.11.07 unter massivem innenpolitischen Druck stand, brauchten die Konfrontation, um von innenpolitischen Problemen abzulenken.

Eine persönliche Anmerkung sei mir gestattet: Nimmt man die unglaubliche Gastfreundschaft der Georgier und ihr viel zu hohes Bild von Deutschland und deutscher Kultur in Betracht, so kann die Meldung der Iswestija, Gazprom-nahes Regierungsblatt, einen Deutschen beschämen, wenn er dort liest, dass der dt. Außenminister Steinmeier Russlands bester Freund sei.


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Nino Burdschanadse: "Georgien kann nicht so tun, als sei alles bestens"

Nino Burschanadse, ehem. Sprecherin des georgischen Parlaments, über Georgien nach dem Krieg, die Fehler Saakaschwilis, die Interessen Russlands und georgische Erwartungen an Europa.

Lesen Sie das Interview hier auf Welt Online.




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Tine Korga: Flüchtlinge aus Abchasien – als Kriegsverbrecher?

Tine Korga setzt sich mit dem Abchasienkrieg der frühen Neunziger Jahre und seiner Wirkungsgeschichte in den deutschen Medien auseinander.

"Der Krieg zwischen Russland und Georgien geht weiter – nur auf anderer Ebene. Statt Panzern rollen nun die Wörter. Diesen Krieg kann man auch einen „Informationskrieg“ nennen, der in Fernsehstudios, in Internetforen, bei Wikipedia und in Pressebüros ausgetragen wird. Ein wachsamer Begleiter dieses Geschehens würde sagen, dass dieser Krieg an dem Tag anfing, als Georgien seine Unabhängigkeit am 09.04.1991 deklariert hatte: Denn ab diesem Datum wurde die kleine Kaukasusrepublik mit zwei gewaltigen Konfliktherden überschüttet, die viel Leid gebracht haben und eine fast unvergleichbare Tragödie in der georgischen Geschichte darstellen.

Was geschah damals? ..."

weiter auf
Georgien Nachrichten


Veteran des Abchasienkriegs, Tbilissi 2008

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Iswetija: Kanzler Steinmeier "ein Glücksfall" (für Russland!)

Presseschau der ZEIT-online vom 9.9. unter dem Titel "Steinmeier, ein Freund Moskaus". Nach Ansicht der russischen Iswetija sei Steinmeier "Russlands wichtigster Freund im Westen".

Kommentare im Hinblick auf den Kaukasus-Konflikt erübrigen sich.
 

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Chaindrawa: "Saakaschwili ist ein Abenteurer"

Siehe Eurasisches Magazin:

"Der georgische Oppositionsführer Georgi Chaindrawa war unter Saakaschwili Minister für die Konfliktregelung mit den abtrünnigen Provinzen, wurde 2006 aber entlassen, weil er militärische Abenteuer zur Rückgewinnung dieser Gebiete ablehnte. Er ist ehemaliger Filmregisseur und einer der herausragenden Köpfe der georgischen Opposition. Im Gegensatz zu den meisten Oppositionsführern, die den georgischen Präsidenten nicht kritisieren wollen, solange russische Truppen in Georgien sind, nimmt Chaindrawa auch heute kein Blatt vor den Mund. Das Eurasische Magazin interviewte ihn zur aktuellen Lage."

Das Interview findet sich hier.

Mein Kommentar dazu:

Mich erstaunt, dass Chaindrawa die territoriale Integrität Georgiens der Aufnahme in die NATO vorzieht. Dies wäre aus meiner Sicht nur durch einen faktischen Verlust von Souveränität möglich. Einen "dritten Weg" der Neutralität zwischen Ost und West vermag ich aufgrund der Erfahrungen mit Russland, das niemals die territoriale Integrität Georgiens in Aussicht gestellt hat, nicht erkennen. Die russisch-georgischen Beziehungen geben keinen Hinweis darauf, dass Moskau Georgien anders als seinen Hinterhof betrachten will. Man kann nun schlecht Demokratiedefizite in Georgien anprangern (etwa Verhöre von Mitgliedern der Opposition) und andererseits eine dauerhafte Abhängigkeit Moskau riskieren, wo Oppositionelle mit einer drastisch verkürzten Lebenserwartung eingeschüchtert werden - und viele Drohungen in die Tat umgesetzt werden. Weder wird das russische Militär ohne erheblichen Druck aus dem Westen das Land verlassen, noch wird Moskau einen einseitigen Gewaltverzicht proklamieren. Mit ökonomischen und politischen Erpressungsversuchen sowie ggfs. wiederholten Einmärschen muss also, ohne den Beistand der NATO, jederzeit gerechnet werden.
Übrig bleibt aus meiner Sicht die richtige Einschätzung der charakterlichen Disposition Saakaschwilis, die richtigerweise als einer der Gründe genannt werden, die zum Krieg geführt haben.

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Weitere Interviews mit Flüchtlingen

Swetlana Avaliani (29) aus Gwanta (Kodori, "Oberes Abchasien")
interviewt am Mittwoch, den 27.08.08, im Orchewi IDP-Camp in Tbilissi


Swetlanas Familie. Im Zelt zwei kranke Frauen.

Am 7.08 verließen wir das Kodori-Tal mit dem Auto, nachdem wir bombadiert wurden.
Unser Dorf bestand aus 35 Familien. Soweit wir wissen wurde niemand aus unserem Dorf getötet, aber alle unsere Häuser sollen von russischen Truppen und Bojewiken zerstört worden sein.
In diesem Zeltlager sind wir etwa 30 Leute aus Gwanta, darunter ein fünfmonatiges und zehnmonatiges Baby. Wir haben keine Matratzen, weshalb es für die Kinder auch sehr unbequem ist. Es gibt auch kein Gas zum Kochen; also können wir mit den Kartoffeln, die die einzigen frischen Lebensmittel hier sind auch gar nichts anfangen. Am meisten wünsche ich mir eine heiße Tasse Tee. Die Lebensmittelrationen bestehen nur aus trockenem Militärproviant, was die Frauen und Kinder bei uns kaum vertragen.
Bis vor zwei Jahren hatten wir keinerlei Probleme in unserer Nachbarschaft.



Zira Adulashvili (37) aus Karaleti (heute genau an der Demarkationslinie, wo auch gestern noch Gefangene ausgetauscht wurden), interviewt am Dienstag, den 26. 08.08 im ehenmaligen Hauptquartier der russischen Streitkräfte im Kaukasus, Tamarashvili Straße, Tbilissi.


Zira Adulaschwili, Krankenschwester in Gori

Als am 9. August die Bombardierung Goris begann, war ich im Dienst. Unser Quartier befand sich direkt neben dem Quartier einer georgischen Panzerbrigade. Die Panzer wurden bombadiert, wobei unserem Fahrer ein Bein abgerissen wurde und ich eine Gehirnerschütterung erlitt und von Schrapnellen verletzt wurde.
Über den Verbleib unseres Arztes wissen wir nichts. Unser Haus in Karaleti ist vollkommen zerbombt.
Ich lebte dort mit meinem Mann und meinen zwei Kindern (12 und 14J.), die heute wohlbehalten hier mit mir in Tbilissi sind. Meine Eltern sind in Karaleti geblieben. (Eine andere Frau aus Karaleti mischt sich in Gespräch und erzählt, dass ihr Mann auch noch in Karaleti sei, um auf Vieh und Hühner aufzupassen und dieses zu versorgen. Sie trauten sich aus Angst vor Marodeuren nicht, im Haus zu schlafen. Erst gestern sei wieder ein Haus verbrannt worden.)
Heute seien noch ca. 100 Dorfbewohner da, da sie Hoffnung auf Rückkehr haben. In Karaleti lebten Georgier friedlich mit Osseten zusammen, wobei auch viele Familien gemischt sind. Auch heute sind ossetische Dorfbewohner aus Kareleti hier im Lager. Das Essen hier ist ausreichend, aber es gibt kaum Matratzen.
Wer, wie wir, in den oberen Stockwerken (dieser Unterkunft) lebt, hat große Nachteile bei der Versorgung.



Amiran Churukhadze aus Achabeti bei Tamarasheni, interviewt am Dienstag, den 26.08.08 im ehemaligen Hauptquartier der russischen Streitkräfte in Tbilissi.


In Achabeti lebten 198 Familien , die ausschließlich aus Georgiern bestanden.
Die letzten zwei Jahre, seit Sanarkoev im Amt war, wurden erstmals wieder Straßen in der Region gebaut und für die Infrastruktur gesorgt. In der Nacht vom 6. auf 7. August erfolgten die ersten Bombenangriffe auf unser Dorf, worauf auch russische Panzer und Truppen ins Dorf einfuhren.
Die georgischen Milizen und Spezialeinheiten hatten sich schon am 6. August zurückgezogen, ohne uns vor bevorstehenden Luftangriffen zu warnen. Alle 3000 Häuser der Region sind jetzt durch Bomben und Brandstiftung zerstört. Wir wissen von etwa 12 Toten aus unserem Dorf und dessen Umgebung.
Die Versorgung hier im Haus ist in Ordnung, aber es fehlt an Matratzen.


Interviews: Karu Williams, Fotos: Sönke Henning Tappe





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Josef Joffe in der ZEIT ueber den richtigen Umgang mit Russland

M.E. der bisher beste in den deutschsprachigen Medien erschienene Artikel ueber den richtigen Umgang Europas mit Russland. Absolut lesenswert!

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Der Artikel "Eine herrenlose Rakete"

erschienen in Telepolis vom 22.8.07, schildert den jüngsten Konflikt zwischen Georgien und Russland und bettet ihn in die jüngere Geschichte ein. Unbedingt lesenswert!

Hier klicken...






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Erosion

I took this photo along the main road from Tbilisi to Telavi. As you can see, quite many trees were cut down for making fire-wood. Energy is expensive and there is little of what one could call "ecological conscience".


In the mountains, the result of massive logging can be seen frequently - as on the following picture:


Georgian military highway near Gudauri

Especially during the early 90s, a high number of trees were cut down illegally. There is an interesting report of 1999 by the NGO "Grid" (based in Tbilisi) showing the increase of CO2-emissions in Georgia due to illegal deforestation and the decrease of forest planting and sowing in the `90s. The Georgian Ministry of Environment estimated the total amount of logging to be as high as 2.5 million m³ in 1996. This number seems to be heavily disputed though, as other sources speak of around 50.000 m³ "only". As with all illegal activities, it is impossible to calculate exact figures.

In 1996 40% of Georgia were still covered by forests, but illegal wood-cutting continues to pose a serious threat to the biodiversity of the Caucasus, as the WWF reports. With corruption beeing endemic, one can be sure that officials had and still have their share in illegal exports. (I remember seeing a drug-addict punshing the needle into his venes in the georgian border-post to Azerbaijan in 1998. Everybody knew one could by heroin there, so what else would you expect?)
The Georgian Times reports on illegal wood-export from Abkhazia by Turkish business-men. Since the rose revolution, the Georgian government takes a tougher stand on smuggling over the Black Sea, though.
So how about today? Well, I couldn´t find information about illegal timber-export since the rose-revolution. I suppose the amount has decreased but still poses a threat to the Caucasus flora.

Back to the picture above: The erosion which you can see was caused by wood-cutting. People pulled tree-trunks down the mountain slopes. Rain and snow did the rest.

Thanks for visiting caucasus-pictures. Hope to see you again soon! I´m happy for all feed-back, so why not post a comment?

Henning(i)


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