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Russische Truppen verschieben Grenze und ziehen Zaun um Süd-Ossetien - Eine russische Provokation gegenüber dem NATO-Aspirant Georgien?



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Seit 2011 seien von russischer Seite 25 Kilometer Stacheldrahtzaun auf dem Gebiet von Südossetien installiert worden, wobei die Bauaktivitäten seit Februar 2013 intensiviert worden seien. Am 27. Mai, so berichtet der als Korrespondent in der Region tätige freie Journalist Siegfrid Ludwig, hätten russische Soldaten die vorläufige Grenze in den Konfliktzonendörfern Dizi und Dwani um 200 bis 300 Meter verschoben. Bereits bei anderen Gelegenheiten hätten russische Truppen die okkupierte Fläche willkürlich erweitert und seien in das von Georgien beanspruchte Territorium vorgedrungen.
Dabei würde zunehmend die Bewegungsfreiheit der lokalen Bevölkerung eingeschränkt. Für vermeintliche illegale Grenzverstöße seien allein im Jahr 2013 bis einschließlich dem Monat Mai, 86 georgische Bürger von russischen Soldaten inhaftiert worden. Neben Haft- würden zudem vielfach Geldstrafen verhängt. Unter den Belangten seien auch Bauern, deren Höfe und Felder durch die neue Grenzziehung willkürlich getrennt würden. Menschen, die ihr Haus verließen und sich auf dem eigenem Grundstück bewegten, würden plötzlich dem Vorwurf des illegalen Grenzverstoßes ausgesetzt. Eingeschränkt oder verboten sei zudem häufig der Zugang zu Viehweiden, Gärten, Friedhöfen, Trinkwasser und Bewässerungsanlagen und damit zu lebenswichtigen Ressourcen. Die Menschen, die in diesem Gebiet leben, stünden unter enormem psychischen Druck.

Russland erklärt seine Aktivitäten auf dem Territorium Südossetiens mit bilateralen Vereinbarungen mit der abtrünnigen Provinz, die von der Mehrheit der internationalen Staatengemeinschaft als Teil Georgiens betrachtet wird. Hingegen erachtet Siegfrid Ludwig die zunehmenden Aktivitäten auf dem Gebiet Südossetiens als Machtdemonstration Russlands und als Protest gegen die pro-westliche Orientierung und den angestrebten NATO-Beitritt Georgiens, dem der ungelöste Grenzkonflikt im Wege stehen könnte. 
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Lesen Sie den vollständigen Artikel auf newsropa.de

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Moskau im Zwielicht


" Dschiojewa siegt und wird verklagt

So konnte sich nach Angaben der Wahlkommission am Sonntag bei der Stichwahl Dschiojewa mit 56,7 Prozent der Stimmen (über 16.000 Wähler) durchsetzen. Dschiojewa gilt als entschiedene Gegnerin von Präsident Kokoity. Der vom Kreml und Kokoity gestützte Kandidat Anatoli Bibilow erreichte hingegen nur gut 40 Prozent der Stimmen (über 11.000 Wähler).

Bibilow reichte nach seiner Wahlniederlage Klage vor dem Obersten Gericht Südossetiens ein. Seinen Angaben nach wurden die Wahlen gefälscht, Anhänger Dschiojewas hätten Druck auf Wähler und Wahlkommission ausgeübt, klagte der südossetische Minister für Zivilverteidigung.

Genau das aber wirft die Opposition Bibilow selbst vor - und den Kreml-Emissären, die seit Wochen in Südossetien aktiv sind, allen voran ein Abteilungsleiter der moskauer Präsidentenadministration, Wladislaw Gasumjanow.

In einer „ersten Amtshandlung“ hat sie am Mittwoch einen Staatsrat gegründet, dem zehn Personen angehören, darunter sechs ehemalige Präsidentschaftskandidaten und Dschiojewas Vertrauter Anatoli Barankewitsch. „Die Befugnisse des Staatsrats gelten bis zur Formierung einer Regierung in der Republik“, sagte Dschiojewa
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Die Staatsanwaltschaft wirft der Kandidatin vor, einen Umsturz vorzubereiten: „Dschiojewa verwirklicht das Szenario einer bunten Revolution. Konkurrierende Organe der Staatsmacht wollten uns seinerzeit schon Georgier aufsetzen. Das ist ein weiterer Versuch, allerdings diesmal schon von innen heraus. Die Obrigkeit wird reagieren und Maßnahmen ergreifen“, erklärte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Südossetiens Eldar Kokojew, ein Mann aus dem Clan des amtierenden Präsidenten Kokoity.

Die Gefahr einer gewaltsamen Auseinandersetzung nimmt zu. Die Anhänger Dschiojewas wollen sich den Sieg nicht nehmen lassen und sind bereit, auf die Straße zu gehen. Tausende haben bereits für die ehemalige Lehrerin und Ex-Bildungsministerin demonstriert.

Der Skandal um die Wahlen in Südossetien wirft auch ein schlechtes Licht auf die Führung in Moskau. Der Kreml hatte in dem Wahlkampf einseitig auf Bibilow gesetzt: „Wir wünschen Anatoli Bibilow den Sieg bei den Wahlen“ erklärte der Leiter des Duma-Ausschusses für Auswärtige AngelegenheitenKonstantin Kossatschow nur wenige Tage vor den Wahlen in Wladikawkasund präsentierte gleich noch ein Unterstützertelegramm von Premier Wladimir Putin.

Gerüchten zufolge hat das Gericht die Entscheidung über eine Wahlannullierung mit dem Einverständnis Moskaus getroffen. "



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SZ: "Proteste in Südossetien"

"In der abtrünnigen georgischen Region Südossetien wächst nach der umstrittenen Präsidentenwahl am vergangenen Sonntag die Angst vor Unruhen. Die Wahlkommission hatte zunächst überraschend Anna Dschiojewa als klare Siegerin anerkannt. Nach einer Beschwerde ihres Gegenkandidaten, Anatolij Bibilow, dem Unterstützung aus Moskau nachgesagt wird, erklärte ein Gericht das Ergebnis für ungültig. Es setzte für den 25.März Neuwahlen an - und schloss Dschiojewa für die neue Abstimmung aus. Die frühere Bildungsministerin beharrte am Mittwoch jedoch auf ihrem Wahlsieg."

Süddeutsche Zeitung, 1.12.2011

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GEORGIA: TENSION HIGH ALONG THE GEORGIAN-OSSETIAN CEASEFIRE LINE

Eine lohnende Reportage von der süd-ossetischen Grenze bei Ergneti von Getty Images / Jonathan Alpeyrie mit Bildern (Flash-Video).

HIER KLICKEN

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Paul Becker: Was bezweckt also Herr Kokojty mit seiner Aussage?

Paul Becker (auf GUS NEWS) zitiert RIA NOVOSTY und schreibt:

Ein aus meiner Sicht interessanter Artikel erschien heute bei Ria Novosti:

Die Republik Südossetien ist über das Muskelspiel Georgiens in den Grenzgebieten besorgt.

In Verletzung des Medwedew-Sarkozy-Planes stocke Tiflis Mittel und Kräfte in unmittelbarer Nähe zur Grenze auf, im Frühjahr rechne Südossetien mit einer Zuspitzung der Lage, sagte Republikchef Eduard Kokojty am Mittwoch in einem Journalistengespräch. “Georgien ist umgerüstet. Sein Kriegspotenzial ist heute deutlich höher als (beim Fünf-Tage-Krieg) im August 2008. Georgien berücksichtigt die früher begangenen Fehler und setzt jetzt auf die Diversionstaktik.”

Kokojty sagte ferner, dass Provokationen von Seiten Georgiens nicht aufhören. Zugleich versuche Tiflis mit westlicher Hilfe, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass es Russland sei, das Spannungen an der Grenze schüre, sagte der Präsident.

Nach dem August-Krieg von 2008 hatte Russland Südossetien sowie Abchasien als unabhängige Staaten anerkannt. Georgien betrachtet “die beiden okkupierten Provinzen” weiterhin als sein Territorium.

Interessant aus der Sicht, weil die georgische Regierung vor knapp einer Woche erst ein neues Strategiepapier (gespiegelte PDF- Datei) bezüglich der abtrünnigen Republiken, oder wie es im Papier heißt, der okkupierten Gebieten veröffentlichte. In diesem Strategiepapier verzichtet die georgische Regierung ganz klar auf den Gewalteinsatz bei der Rückgewinnung der okkupierten Territorien und verpflichtet sich den friedlichen Weg durch die Zusammenarbeit im kulturellen Bereich und durch die Förderung von gemeinsamen Projekten etc. diese Gebiete zurückzugewinnen.

Ein Schelm ist jeder, der dabei jetzt denkt: Halt, halt, halt! Das habe ich bereits von Saakaschwili gehört:

Tja das stimmt vielleicht wie man es in der ersten Minute des Videos erkennen kann (auch hier zu sehen), doch hat sich die Situation seit damals gravieren geändert. Die beiden abtrünnigen Republiken wurden nach dem Augustkrieg 2008 von der Russischen Föderation offiziell anerkannt und stationiert sogar mittlerweile nicht nur wie vor dem Krieg Blauhelme in den beiden Republiken, sondern ein Kontingent an regulären Truppen, das nach Schätzungen von welt.de auf 7600 Soldaten und nach Schätzungen von spiegel.de auf rund 10000 Soldaten beläuft, was einen Angriff georgischer Truppen auf Südossetien dem Selbstmord für Georgien bedeuten würde.

Was bezweckt also Herr Kokojty mit seiner Aussage?



Lieber Herr Becker,

die Frage, was K. bezweckt, wollte ich zunächst kurz und ironisch beantworten. Aber hätte die causa Kokoity Ironie verdient?

Einige Antworten kann man finden in

1. der Person Kokoity. Ihn einen korrupten Kleptokraten post-sowjetischer Machart zu nennen, ist kaum eine Übertreibung. Er gehört zu jenen Vasallen Moskaus, die schon früh Karriere beim "Radfahren" im Sowjetsystem machten und in der Zeit des Umbruchs durch mehr oder minder kriminelle Machenschaften (Unterweltsgeschäfte in Moskau, Alkohol-Schieberei über die bis Saakaschwili 2004 offene Grenze etc.) Karriere machten. Kokoity ist in seiner Heimat nicht unumstritten; aber solange die angebliche Bedrohungssituation anhält, kann er den stockenden Wiederaufbau Zchinwalis zu seinen Gunsten "erklären".

2. der immer noch diskutierten Kriegsschuldfrage. Natürlich kann keine Seite ihre Verantwortung zugeben, dies käme einem Gesichtsverlust gleich. Entsprechend hören wir von Kokoity, Putin/Medwedew und Saakaschwili unisono ein "richtig und weiter so", das manchmal in schrillem Gegensatz zu den Fakten erscheint. Aber es gibt noch einen weiteren, unauflösbaren Streitpunkt jenseits der offiziellen Propaganda, die Frage nämlich, welche Seite die entscheidenden Schritte zur Eskalation unternommen hat. Hier kann es naturgemäss keine Einigung auf einen gemeinsamen Zeitpunkt geben.
Entsprechend ist die obige "Meldung" sowohl an die internationale, die russische als auch die ossetische Öffentlichkeit gerichtet.

3. dem Verhältnis Zchinwali - Moskau. Anders als Abchasien, wo der russische Einfluss in erheblichen Teilen der Bevölkerung kritisch gesehen wird (RIA NOVOSTI) strebten die süd-ossetischen Regierungen unter Kokoity vor dem Krieg von 2008 eine Mitgliedschaft in der Russischen Föderation an. K. wäre dann den anderen Präsidenten des Nordkaukasus gleichgestellt worden. Süd-Ossetien sah ja seine Zukunft als Verlängerung der einzigen tatsächlich russlandfreundlichen Region im Nordkaukasus, Nord-Ossetien. Die Anerkennung als eigenständiger Staat bedeutete jedoch die Nicht-Anerkennung als russisches Gebiet. Die Ausgabe russischer Pässe (in welchem Maße sie erfolgt, ist von hier aus kaum auszumachen) macht deren Träger zu Kolonisten in Frontgebieten, vergleichbar mit dem linksrheinischen Germanien oder den Marken des frühen Mittelalters, die Träger süd-ossetischen Pässen zu Metöken. Materielle Unterstützung wird durch eingeschränkte Partizipation erkauft. Ohne wirtschaftliche Unterstützung (schon die Stationierung russ. Truppen mit mehreren Tausend Soldaten und schwerem Kriegsgerät fällt hier ins Gewicht) würde Süd-Ossetien, das im Winter oft nicht über die einzige Passstraße erreicht werden kann, kaum überleben können. Insofern ist Kokoitys Schicksal eng mit dem Gebiet verbunden. Dafür hat er eine Regierungsmannschaft, die zum großen Teil aus Russen besteht.

4. der Bevölkerungsverteilung. Vielleicht hilft es, sich in Erinnerung zu rufen, dass das Gebiet Süd-Ossetiens aus einer Reihe von Gebirgstälern des Kaukasus besteht, die von Nord nach Süd auslaufen. An ihrem jeweiligen Ende beginnt das georgisch kontrollierte Territorium. Es gibt wenig Querverbindungen zwischen den Tälern.
Andererseits: Etwa ein Drittel (30.000) der auf georgischem Staatsgebiet (einschließlich Süd-Ossetien) lebenden Osseten siedeln in Tbilissi oder der Region um Bordschomi / Borschuri. Sowohl Georgier selbst als auch in Georgien lebende Osseten differenzieren zwischen Kokoity und Süd-Ossetien. Es gibt viele gemischte Ehen. Beider Patron ist der Hl. Georg. Osseten sind das einzige christliche Volk des Nordkaukasus nenneswerter Größe.

(Die kriegerische Auseinandersetzung Anfang der zwanziger Jahre war eingebettet in die Auseinandersetzung zwischen Menschewiken und Bolschewiken., letztere mehrheitlich in Süd-Ossetien. Der Krieg von 91-92 dagegen ist auf beiden Seiten von verschiedenen, paramilitärischen und teilweise kriminellen Organisationen geführt worden, zwischen denen es auf georgischer Seite zeitweilig keine Absprachen gab. Auch hier konnte, wer wollte, zwischen Volkszugehörigkeit, Nationalismus und Kriminalität unterscheiden.)

5. der Stationierung von friedenssichernden Truppen. Auf süd-ossetischer Seite wird die Grenze von russischen (FSB-)Truppen überwacht, auf der georgischen von EU-Beobachtern. Natürlich können diese nicht überall gleichzeitig sein. Und Aufgriffe von Georgiern (mit anschließender Verwahrung und reichlich Lösegeld für die Kidnapper) deuten durchaus darauf hin, dass einige Abschnitte, auf waldreichen Höhenrücken ohne modernes Gerät ohnehin kaum möglich, nicht lückenlos kontrolliert werden.
Dass die süd-ossetische Seite etwa im Wochentakt Pressemeldungen obiger Art lanciert, lassen sie mir nicht glaubhafter erscheinen. Tatsächlich ist es Russland, das a) den EU-Beobachtern den Zutritt auf süd-ossetisches Grenzgebiet verwehrt b) die OSZE und c) die UNO-Mission UNOMIG (wegen der Namensgebung) nicht verlängert hat. Folglich gibt es keine unabhängige Berichterstattung.
Jenseits der Frage, ob und inwieweit bisher eine gezielte Wiederaufrüstung der georgischen Armee stattgefunden hat, geriert sich Georgien gegenüber internationalen Kommissionen derzeit wie ein beim "Spicken" erwischter Musterschüler. Saakaschwili selbst profitiert natürlich auch, wenn auch bei weitem nicht mehr im selben Maße wie während und kurz nach dem Krieg, von der Gegnerschaft mit Putins Russland.

Freundliche Grüße
Henning Tappe



Paul Becker antwortet am 6.2.10:

Lieber Herr Tappe,

Sie haben es auf den Punkt gebracht: Welche Seite hat die entscheidende Schritte zur Eskalation gemacht?

War es die Russische Föderation, die einen Platzdarm im Südkaukasus braucht, nachdem sie ihre Truppen nach der Rosenrevoluton aus Georgien abziehen musste und wohl auch die Radaranlage in Aserbaidschan blad nicht mehr weiterbetreiben darf und deswegen großzügig russische Pässe an die Südossetische Bevölkerung verteilte, was beim Angriff von Georgiern einen ausgezeichneten Anlass gegeben hat "eigene Bevölkerung" in der Republik beschützen zu wollen? Oder sind es doch Georgier, die auf Biegen und Brechen noch vor dem Ablauf der Präsidentschaft von Bush Junior in die NATO wollten und deshalb ihre ungelösten Territorialfragen auf die Schnelle zu lösen hatten? Oder waren es doch die Südossetische Regierung (nicht zu verwechseln mit der südossetischen Bevölkerung) selbst, die sich angesichts der zugesicherten Hilfe des großen Bruders in Sicherheit wähnte und ihre Schmuggelgeschäfte mit selbstgebranntem Alkohol durch die mögliche Wiedereingliederung an Georgien nicht verlieren sehen wollten.

Fragen über Fragen :)

LG

Paul Becker.

P.S. Es ist schön mit einem richtigen Kenner der Region diskutieren zu können. Ich werde daher Ihr Blog in meine Blogroll aufnehmen.

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Südossetien: Bücherverbrennung an Uni von Zchinwali

"Zchinwali. Während in ganz Russland in Solidaritätsaktionen Bücher für Südossetien gesammelt werden, lässt der Rektor der Universität Zchinwali einen Teil der alten Bestände verbrennen. 30 Prozent davon sind georgische Bücher…"

weiter gehts bei Russland-Aktuell...

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Was bedeutet der Besuch von Obama für Georgien?

"Für Moskau ist das Leben wieder in Ordnung" (Die Presse)
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Tatsächlich kann man die russische Tagesordnung für die Außenpolitik den Amerikanern gegenüber auf drei Positionen zurückführen: Haltet euch aus unseren Angelegenheiten (d.h. aus der GUS) heraus; baut keine globalen Raketenabwehrsysteme auf (erst recht nicht vor unserer Nase); und achtet unseren Großmachtstatus. Der Konflikt bezüglich dieser Positionen im Sommer und Herbst vorigen Jahres setzte die russisch-amerikanischen Beziehungen zurück in die Zeiten von Andropow und Reagan. Im Kaukasus wurde ein amerikanischer Satellitenstaat „geschlagen“, und man drohte damit, in Kaliningrad taktische Boden-Boden-Raketen des Typs Iskander aufzustellen. Anstelle von Achtung machte sich tiefes gegenseitiges Misstrauen breit.
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Moskau seinerseits wird versuchen, Obama dazu zu bringen, die Positionen zu festigen, die Russland ins Konzept passen. In erster Linie betrifft das Georgien, die weitere Erweiterung der NATO Richtung Osten und die Raketenabwehranlagen in Polen und Tschechien. Als ob nicht bereits sechzig Jahre vergangen wären, spricht man in den Couloirs über geopolitische Tauschgeschäfte: Iran gegen Ukraine, Kosovo gegen Abchasien und Südossetien usw. Man schlägt einen neuen Vertrag zur Sicherheit in Europa vor, in dem Moskau nur ein Punkt interessiert, der ungefähr so lautet: „Keine der existierenden militärisch-politischen Unionen in Europa wird ihre Mitgliederanzahl ohne Zustimmung der anderen Unterzeichner dieses Vertrags erhöhen.“ Es ist klar, dass ein solcher Vertrag nicht unterzeichnet werden kann. Es ist auch klar, dass eine „juristisch verbindliche“ Fixierung der derzeitigen Moskau genehmen Position Washingtons nicht gelingen wird. Unter bestimmten Umständen können sich sowohl Georgien als auch die Ukraine und die Raketenabwehranlagen wieder bemerkbar machen.
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In der europäischen Richtung der Außenpolitik sollte Russland die Versuche aufgeben, den „Geist von Helsinki“ in Form eines Pakts zwischen der NATO und der OVKS (Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit) mit einer fixierten Neutralität der Ukraine, Georgiens und anderer wiederauferstehen zu lassen, sollte direkt mit seinen Nachbarn zusammenarbeiten und nicht mit den USA, Deutschland und Frankreich über die Köpfe der anderen hinweg. Die europäische Sicherheit wird derzeit von zwei paranoiden Ideen geschwächt: der russischen bezüglich der Machenschaften des „hinterhältigen Amerika“; und der Nachbarn Russlands bezüglich des „revanchistischen Kreml“. Die erste Paranoia muss Washington behandeln, die zweite Moskau. Diese Arbeit erfordert Achtung für die „Kleinen“, die Berücksichtigung ihrer Interessen, ihrer psychologischen Verletzungen und vieles andere mehr, was Russland von den USA fordert, aber in seinem eigenen Umgang mit den „Grenzstaaten“ nicht für notwendig hält. Man muss sich ein für alle Male klarmachen: Die Ukraine, Georgien, Weißrussland, Moldawien und alle anderen (einschließlich dem Irak, Iran, Afghanistan) treffen ihre eigenen Entscheidungen. Das große Spiel ist vorbei. Eine Großmacht ist heutzutage nicht die, die jemand anderem etwas aufzwingen kann, sondern die, die Anziehung ausübt und anlockt – nicht ein Hegemon, sondern ein Leader.
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Lesen Sie den ganzen Artikel bei Die Presse.

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Russland Aktuell: Kaukasus-Konflikt: Georgien bietet Nichtangriffs-Pakt


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Georgien kommt damit Russland einen Schritt entgegen – aber nur einen: Russland fordert einen solchen Nichtangriffs-Pakt, will aber dabei durchsetzen, dass die Regierung in Tiflis dabei auch Abchasien und Südossetien als Vertragspartner anerkennt. Bokerija bekräftigte, dass Georgien dazu nicht bereit sei.
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Lesen Sie den vollständigen Artikel unter Russland-Aktuell.

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Leserbrief an Alice Bota in der ZEIT: "Krieg, Schuld und Nebel"

Alice Botas Artikel:

"Die ganze Welt rätselt: Wann hat der georgisch-russische Krieg angefangen? Vor dem ersten Schuss. Wer hat ihn zu verantworten? Zwei Männer. Eine Spurensuche in Georgien"

Der gesamte Text findet sich hier.


Mit Ihrer Darstellung ähnlicher Charakterzüge Putins und Saakaschwilis greifen Sie durchaus EINEN Aspekt des gegenwärtigen russisch-georgischen Konflikts auf. Aber die Frage, welche Seite im August angefangen hat, wird wohl niemals eindeutig zu klären sein. Die im Artikel präsentierten Fakten sind jedenfalls nicht neu.
Leider gehen Sie nicht auf die Vorgeschichte und die weiteren Konfliktparteien ein. Wie in der deutschen und internationalen Presse üblich, entsteht somit der Eindruck, der Konflikt sei in erster Linie als Konflikt zwischen den USA bzw. der NATO und Russland. In diesem Zusammenhang wird oft auf Sicherheitsinteressen Russlands und aggressive amerikanische Außenpolitik gegenüber Moskau verwiesen.

Daraus ergibt sich die Schieflage in der Bewertung, die derzeit als vorherrschende Meinung durch die Presse geht. Die Vorgeschichte, seit Anfang der Neunziger Jahre, in denen Georgien durch mehrere Sezessions- UND Bürgerkriege (in Tbilissi) im Chaos zu versinken drohte, darf nicht außer acht gelassen werden. Dazu gehören dann auch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen, die im Kaukasus allerorten von ehem. KGB- und Kombinatsleitern aufgebaut und nicht selten auch mit Waffengewalt verteidigt wurden. In Georgien waren dies der Abaschidse-Clan in Adscharien (an der türkiischen Grenze, Hauptstadt Batumi) - Abaschidse, im Moskauer Exil, wurde im August als mögl. Moskauer Marionette als Nachfolger von Saakaschwili gehandelt -, Süd-Ossetien, wo mit Billigung der georgischen Regierung unter Schewardnadse der Schmuggel blühte, Abchasien, die Cote d´Azur Georgiens, wo nicht zuletzt wirtschaftliche Interessen der russischen Oligarchie eine erhebliche Rolle spielten, sowie weitere mehrheitlich nicht von Georgiern bewohnte Gebiete. Es leben in Georgien ca. 60 verschied. Ethnien!
Während Moskau den nordkaukasischen Sezessionismus, insbesondere in Tschetschenien, seit den frühen Neunziger Jahren mit grausamer Unterdrückung bekämpft, unterstützte der Kreml im Südkaukasus (auch: Berg-Karabach!) die Separatisten.
Als die Sowjetunion zerbrach, waren die Völker geradezu im Rausch - ohne sich im Klaren darüber zu werden, welche Konflikte durch den Rückgriff auf glorreiche Zeiten und die jeweils größte Ausdehnung ihrer früheren Reiche entstehen würden. In Tbilissi gab es z.B. ein paar überwiegend kurdisch besiedelte Straßenzüge, wo ein unabhängiges Kurdistan proklamiert wurde!
Moskau verfuhr zweigleisig. Es unterstützte die Separatisten und schickte dann UN-Blauhelmsoldaten in die beiden Provinzen. In der Nähe von Tbilissi und in Adscharien (s.o.) wurden große russ. Militärbasen erhalten. Mit dieser Maßnahme schien der russ. Einfluss auch nach dem Ende der UdSSR gesichert. In Tbilissi übernahmen Mafia-Paten die Macht, um schließlich von Schewardnadse, dem ehem. sowjet. Außenminister, ausgebootet zu werden. Schewardnadse war lange genug Teil des Moskauer Apparats gewesen, so dass man sich kannte und einschätzen konnte.
So wie mit Berg-Karabach, wo Moskau eine Lösung trotz anderslautender Bekundungen gerade nicht anvisiert, um so seine Macht zu erhalten (und Druck auf beide Staaten ausüben kann - aber das ist ein anderes Spannungsfeld, in dem auch die Türkei eine wichtige Rolle spielt), so hielt Moskau die Konflikte um Abchasien und Süd-Ossetien stets am Köcheln.
Mit Saakaschwili war damit allerdings Schluss. Schon bald nach seiner Amtsübernahme wurde sowohl Polizei- als auch Zollpersonal komplett ausgetauscht. Die Schmuggelgeschäfte Kokoitys (und seines Clans), der offenbar über Geschäftsbeziehungen bis in die russische Unterwelt unterhält, wurden dadurch empfindlich gestört. (Ich selbst bin 1998 mit meinem PKW mit dt. Kennzeichen von Gori nach Zchinwali gefahren und wurde an der "Grenze" überhaupt nicht kontrolliert!)
Gleichzeitig war durch die enormen Einnahmen Russlands aus Energiegeschäften viel Geld in die Hände der Oligarchie gelangt. Abchasien, nahe Sotchi gelegen (Olympia!), wurde nach und nach zum Spekulationsobjekt. Während dies in Abchasien kritisch gesehen wird, weil sich die auf Unabhängigkeit bedachten "Ur-"Einwohner Suchumis kaum noch Wohnungen leisten können, trat Kokoity stets als Hardliner auf, der kompromisslos den Anschluss Süd-Ossetiens an die Russ. Föderation (mit Nord-Ossetien vereint) forderte. Russ. Blauhelme sorgten zuverlässig dafür, dass an der "Verwaltungsgrenze" keine Ruhe einkehrte. Auf georg. Seite profitierte die Regierung Schewardnadse davon (Schewardnadse wurde von der Mehrheit der Georgier bestenfalls als notwendiges Übel gesehen) - und unterstützte vermutlich auch ihrerseits Freischärler. Saakaschwili sprach vielmehr von den "ossetischen Brüdern und Schwestern", unterstützte eine süd-ossetische, pro-georgische Exilregierung (mit mäßigem Erfolg) und förderte gemischt besiedelte Dörfer auf georgischer Seite durch Infrastrukturmaßnahmen bis hin zum Bau eines Kinos. Die Regierungspartei schickte viele Vertreter nationaler Minderheiten als Abgeordnete ins Parlament.
(Ähnliche Beispiele gab es in Bezug auf die unruhige armenische Minderheit in der Provinz Jawacheti.)
Die alte Strategie des "Teile und herrsche!" hätte vielleicht noch lange funktioniert, wenn sich im Laufe der Jahre nicht die Gewichte verschoben hätten. Als sich der Kreml für die Unterstützung Armeniens, Abchasiens und Süd-Ossetiens entschied, war für die meisten Moskauer Politiker, die vor ganz anderen Problemen standen, wohl nicht ersichtlich, dass das Kaspische Meer Objekt westlicher Energieinteressen werden könnte (BTC-Pipeline in Konkurrenz zur Pipeline Baku-Grozny-Noworossisk!). Ein stabiles, nationalbewusstes, wirtschaftlich erfolgreiches Georgien wurde von Moskau als Bedrohung seines Einflusses wahrgenommen. Seitdem bekommt die pro-armenische Unterstützung Moskaus aus Sicht Eriwans eine mitunter gefährliche Schieflage. Nicht auszuschließen, dass Moskau seine Ambitionen stärker in Richtung Baku ausrichtet - dorthin schließlich, wo die Energie gefördert bzw. über das Kaspische Meer angelandet wird.
So hängen z.Zt. Süd-Ossetien und das von zwei Seiten eingeschlossene Armenien, das sich immer noch im lauwarmem Krieg mit Aserbaidschan befindet (mit mehreren Toten pro Monat an der "Grenze" durch Scharfschützen), im Grunde am Moskauer Tropf. Das Erstaunen der russ. Soldaten angesichts der Ausstattung georg. Kasernen nach NATO-Standard spricht Bände! Einzig Abchasien mit seiner spektakulären Küste lohnt sich für Moskauer und Petersburger Investoren. Wenn man so will, hat der Kreml mehrfach aufs "falsche Pferd" gesetzt.
Seit Saakaschwilis Machtübernahme und der zunächst sehr erfolgversprechenden Rosenrevolution erfreute sich Georgien nicht nur in Washington großen Interesses. Die Bundesrepublik hat seit der Ära Schewardnadse in vielen Bereichen Erhebliches geleistet, etwa im Bereich des Naturschutzes, des Bildungswesens, der Verwaltung u.a. Damit ist Georgien nun in der Lage, über seine Zukunft selbst zu bestimmen. Trotz eingeschränkter Pressefreiheit, uneiniger Opposition und unterschiedlicher Geschwindigkeiten in Tbilissi bzw. den Provinzen hat sich eine bürgerliche Schicht und Mentalität ausgebreitet, die die Freiheit als westliche Errungenschaft begreift und sich in Lebensstil, Geschmack und politischen Überzeugungen mehr und mehr an Europa orientiert. Diesen Fortschritt sehen Georgier durch den russischen Imperialismus, der die Zerteilung des Landes zur Durchsetzung seiner Interessen in Kauf nimmt, bedroht.
Leider wird in Deutschland oft übersehen, dass etwa ein Drittel der auf georgischem Staatsgebiet lebenden Osseten im von Tbilissi beherrschten Teil leben. Nachdem ich, meine georg. Frau und unsere beiden Kinder am 8. August bei Gori bei einem Beschuss durch ossetische Zivilisten nur wie durch ein Wunder überlebt haben, entschuldigte sich ein paar Tage später wortreich ein Ossete, der mit seinen georg. Freunden in einer Tbilissier Bar saß. In einer mit mir befreundeten georg.-russ.-ossetischen Familie, wohnhaft in Tbilissi, bedauert man sehr die Spaltung unter den Osseten durch die Politik Kokoitys. Wie man dort über Putin denkt - und welches Bild er von den Russen im Ausland verbreitet! -, will ich hier nicht schildern. Anders als in Süd-Ossetien, wo die georgische Minderheit um ihr Leben fürchten musste (so dass auch alte Menschen sich oft tagelang im Wald versteckten), gab es auf von Tbilissi kontrollierten georgischem Boden m.W. keine Ausschreitungen gegen Osseten.

Sowohl der korrupte Kleptokrat Kokoity, der mit seinem Clan die am Boden liegende Wirtschaft Süd-Ossetiens beherrscht, als auch Saakaschwili, der spätestens seit der gewaltsam niedergeschlagenen Demonstration vom 7.11.07 unter massivem innenpolitischen Druck stand, brauchten die Konfrontation, um von innenpolitischen Problemen abzulenken.

Eine persönliche Anmerkung sei mir gestattet: Nimmt man die unglaubliche Gastfreundschaft der Georgier und ihr viel zu hohes Bild von Deutschland und deutscher Kultur in Betracht, so kann die Meldung der Iswestija, Gazprom-nahes Regierungsblatt, einen Deutschen beschämen, wenn er dort liest, dass der dt. Außenminister Steinmeier Russlands bester Freund sei.


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BBC: Georgia accused of targeting civilians / BBC berichtet über georgische Kriegsverbrechen in Süd-Ossetien

The BBC has discovered evidence that Georgia may have committed war crimes in its attack on its breakaway region of South Ossetia in August. Eyewitnesses have described how its tanks fired directly into an apartment block, and how civilians were shot at as they tried to escape the fighting.
Research by the international investigative organisation Human Rights Watch also points to indiscriminate use of force by the Georgian military, and the possible deliberate targeting of civilians."
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Aus der Zusammenfassung auf Georgien-Nachrichten:
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"Die BBC hat am Dienstag einen Bericht veröffentlicht, der den georgischen Streitkräften beim Angriff auf die abtrünnige Teilrepublik Südossetien Kriegsverbrechen vorwirft. Dabei stützt sich die BBC auf Zeugenaussagen, die vor Ort aufgenommen worden sind. Die georgische Regierung wies die Darstellung des Senders zurück.
Dabei berichtete die BBC darüber, dass die georgischen Streitkräfte aus ihren Panzern heraus auf Wohnhochhäuser geschossen hätten. Als die dort wohnenden Zivilisten flohen, sei auf sie geschossen worden.
Die BBC stützt sich dabei auch auf Recherchen von Human Rights Watch (HRW). Mitarbeiter von HRW hatten bereits wenige Tage nach dem Ende der Kampfhandlungen vor Ort recherchiert.
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"Your reserve - the country's reserve". Seen end of August 2008 on the street from the center to the airport (since 2005: George-Bush-Boulevard)

"Deine Reserve - die Landesreserve". Gesehen Ende August auf der Straße, die vom Zentrum zum Flughafen führt (seit 2005: George Bush-Boulevard)



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Haber: Schäden in abtrünniger Teilrepublik in Georgien geringer als erwartet

Der Leiter der Beobachtermission der EU in Georgien (EUMM), der deutsche Diplomat Hansjörg Haber, hat am Samstag Stellung zu den Ergebnissen der ersten Wochen der Mission genommen. Dabei zeigte sich Haber eigenen Worten zu Folge „angenehm überrascht“ darüber, dass es die in der abtrünnigen georgischen Teilrepublik Südossetien zu beobachtenden Schäden weit geringer als erwartet waren. Die Angaben der international nicht anerkannten Führung der abtrünnigen Teilrepublik bezeichnete er als übertrieben.

Der gesamte Artikel findet sich hier.

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South-Ossetians and Russians to stay in Akhalgori / Süd-Ossetier und Russen bleiben in Achalgori

Akhalgori is a small city within the former soviet autonomous republic of South-Ossetia on the territory of Georgia. Until the recent conflict, it was controlled by the Georgian government and mainly inhabited by ethnic Georgians.

Achalgori ist eine kleine Stadt in der einstigen Süd-Ossetischen Autonomen Republik auf der Territorium Georgiens. Bis zum jüngsten Konflikt wurde Achalgori, das überwiegend von ethnischen Georgiern bewohnt wurde, von der georgischen Regierung beherrscht.

In violation of the six-point-plan ratified by the Russian government, Russian troops are now securing South-Ossetian paratroopers in Akhalgori. According to journalists, they have built up two checkpoints south of Akhalgori. Friends of my family staying in Akhalgori reported by telephone, all Georgians willing to stay in Akhalgori must apply for a Russian passport.

Russische Truppen sichern jetzt Süd-Ossetische Verbände in Akhalgori. Dies ist ein Verstoß gegen den Sechs-Punkte-Plan. Nach Berichten von Journalisten wurden südlich von Achalgori zwei Grenzanlagen errichtet. Freunde meiner georgischen Familie, die in Achalgori geblieben sind, berichten, dass sich alle Georgier, die weiterhin in Achalgori leben wollen, russische Pässe ausstellen lassen müssen.

Karte von Achalgori und der Region / A map of Akhalgori and the region
gefunden bei Wikipedia

The ossetian fighters were described to me (from eye-witness) as very uncontrolled. Many of them seem to be drug-adicts.

Die ossetischen Kämpfer wurden mir (von Augenzeugen) als äußerst unbeherrscht beschrieben. Viele stehen offenbar unter Drogeneinfluss.

Weitere Infos über Achalgori bei Wikipedia auf Englisch/ Further info on Akhalgori at wikipedia

Wikipedia states: "The population (of the district of Akhalgori) was primarily Georgian (6,520) and Ossetian (1,110) with good relations between the two communities."

Bei Wikipedia heißt es (übersetzt aus dem Englischen): "Die Bevölkerung (des Distrikts von Achalgori) bestand überwiegend aus Georgiern (6520) und Osseten (1100), wobei beide Volksgruppen gute Beziehungen zueinander pflegten."

The conflict about South-Ossetia isn't primarily an ethnic conflict. There are about 30.000 Ossetians living in Georgia (without South-Ossetia). It is interesting to note that on one hand side South-Ossetia claims independent (with the help of Moscow), one the other hand side people are forced into Russian citizenship.

Der Konflikt um Süd-Ossetien ist und war nicht in erster Linie ein ethnischer Konflikt. In Georgien (ohne Süd-Ossetien) leben etwa 30.000 Osseten. Es ist nicht ohne Ironie, dass sich Süd-Ossetien einerseits (mit der Hilfe Moskaus) für unabhängig erklärt hat, andererseits dort aber russische Pässe verteilt werden.

"Christian Science monitor" (Oct. 6, 2008) cites Georgian citizens who have seen russian forces building a road from Tskhinvali to Akhalgori. According to author Dan Catchpole, they are not going to leave.

Update 8 October: "Georgian Offical says Russian pullout incomplete" by Matt Siegel, Washington Times.

Der "Christian Science monitor" berichtet am 6. Oktober von Georgischen Bürgern aus Akhalgori, die russische Truppen bei der Errichtung einer Straße von Zchinwali nach Achalgori beobachtet haben wollen. Autor Dan Catchpole geht davon aus, dass die Russen dieses Gebiet nicht verlassen wollen.






Dan Catchpole, writing in his blog
Dateline Tbilisi about the future of Geneva talks and Akhalgori (October 16):
"Zeyno Baran, director of the Hudson Institute´s Center for Eurasian Policy in Washington, expects Russia to drag out negotiations.

"If the talks are ongoing, it allows Russia to keep what it has established on the ground. And what they have on the ground benefits them," she said in a telephone interview.

Russia also benefits because the European Union has not responded to the crisis with a unified front.

"Since the war, Germany, France and Italy are all a lot more eager to get back to business as usual, and to see this Georgia business go away," Ms. Baran said. Each country stands to benefit from continuing lucrative bilateral energy and business projects with Russia."

Read the full article (Dateline Tbilisi) here.




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Palast des Prinz Eristoff in Achalgori / Palace of Prince Eristov (georg. Eristavi) in Akhalgori



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Nino Burdschanadse: "Georgien kann nicht so tun, als sei alles bestens"

Nino Burschanadse, ehem. Sprecherin des georgischen Parlaments, über Georgien nach dem Krieg, die Fehler Saakaschwilis, die Interessen Russlands und georgische Erwartungen an Europa.

Lesen Sie das Interview hier auf Welt Online.




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UN-Sonderbeauftragter Walter Kälin über die Situation in der Pufferzone

Zusammenfassung laut Deutschlandradio Kultur:

"Nach Angaben des UN-Sonderbeauftragten für Binnenvertriebene, Walter Kälin, finden in den sogenannten Pufferzonen Georgiens weiterhin Übergriffe auf die Zivilbevölkerung statt. Besonders in Grenznähe würden nachts Häuser geplündert, sagte Kälin. Unter diesen Bedingungen sei eine Rückkehr der Flüchtlinge unmöglich. Von Seiten der Bevölkerung würden deshalb große Hoffnungen auf die europäischen Beobachter gesetzt."

Lesen Sie hier den vollständigen Artikel.




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Iswetija: Kanzler Steinmeier "ein Glücksfall" (für Russland!)

Presseschau der ZEIT-online vom 9.9. unter dem Titel "Steinmeier, ein Freund Moskaus". Nach Ansicht der russischen Iswetija sei Steinmeier "Russlands wichtigster Freund im Westen".

Kommentare im Hinblick auf den Kaukasus-Konflikt erübrigen sich.
 

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Chaindrawa: "Saakaschwili ist ein Abenteurer"

Siehe Eurasisches Magazin:

"Der georgische Oppositionsführer Georgi Chaindrawa war unter Saakaschwili Minister für die Konfliktregelung mit den abtrünnigen Provinzen, wurde 2006 aber entlassen, weil er militärische Abenteuer zur Rückgewinnung dieser Gebiete ablehnte. Er ist ehemaliger Filmregisseur und einer der herausragenden Köpfe der georgischen Opposition. Im Gegensatz zu den meisten Oppositionsführern, die den georgischen Präsidenten nicht kritisieren wollen, solange russische Truppen in Georgien sind, nimmt Chaindrawa auch heute kein Blatt vor den Mund. Das Eurasische Magazin interviewte ihn zur aktuellen Lage."

Das Interview findet sich hier.

Mein Kommentar dazu:

Mich erstaunt, dass Chaindrawa die territoriale Integrität Georgiens der Aufnahme in die NATO vorzieht. Dies wäre aus meiner Sicht nur durch einen faktischen Verlust von Souveränität möglich. Einen "dritten Weg" der Neutralität zwischen Ost und West vermag ich aufgrund der Erfahrungen mit Russland, das niemals die territoriale Integrität Georgiens in Aussicht gestellt hat, nicht erkennen. Die russisch-georgischen Beziehungen geben keinen Hinweis darauf, dass Moskau Georgien anders als seinen Hinterhof betrachten will. Man kann nun schlecht Demokratiedefizite in Georgien anprangern (etwa Verhöre von Mitgliedern der Opposition) und andererseits eine dauerhafte Abhängigkeit Moskau riskieren, wo Oppositionelle mit einer drastisch verkürzten Lebenserwartung eingeschüchtert werden - und viele Drohungen in die Tat umgesetzt werden. Weder wird das russische Militär ohne erheblichen Druck aus dem Westen das Land verlassen, noch wird Moskau einen einseitigen Gewaltverzicht proklamieren. Mit ökonomischen und politischen Erpressungsversuchen sowie ggfs. wiederholten Einmärschen muss also, ohne den Beistand der NATO, jederzeit gerechnet werden.
Übrig bleibt aus meiner Sicht die richtige Einschätzung der charakterlichen Disposition Saakaschwilis, die richtigerweise als einer der Gründe genannt werden, die zum Krieg geführt haben.

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Ursache und Wirkung im Kaukasus-Konflikt


Gestern hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mir zum russischen-georgischen Krieg die Meinungen der Korrespondentin D.W., welche u.a. für einen deutschen Auslandsfernsehsender  schreibt, en face anhören zu dürfen. Frau W. erwiderte auf meine kritischen Anmerkungen stets mit „Aber man muss auch Russland verstehen...“. Nun gut, Frau W., ich will Ihnen und den vielen anderen professionellen Russlandverstehern im deutschen Journalismus hiermit ein letztes Mal die Freude machen und so weit wie möglich Verständnis für die russische Politik zeigen.

1. Ich will nunmehr verstehen, dass Russland immer ein Recht auf ein Imperium besaß, besitzt und besitzen wird. Naturgemäß hat es das Recht sich in die Angelegenheiten der Staaten des südlichen Kaukasus einzumischen und sie zu beherrschen.

2. Ich sehe jetzt endlich ein, dass der Kreml seit über 200 Jahren keine andere Wahl hatte und hat als Zwietracht zwischen den Völkern des Kaukasus zu säen. Es ist und war der einzige Weg, wie im Kaukasus der Frieden bewahrt werden kann. (Beispiele: Abchasien, Adscharien, Grenzziehung zwischen Armenien und Aserbaidschan, Armenier-Konflikte in Georgien, Tschetschenien, Russifizierungs-Politik, nach ethnischen Kriterien verteilte Berufe, Muslimisierung von Georgiern uvm.).

3. Offenkundig ist natürlich, dass die russischen Blauhelme einer Friedensmission nachgingen. Dabei legten sie besonderen Wert auf Unparteilichkeit. Die Ungeduld des Kreml, dass seine friedliche Politik nicht hinreichend gewürdigt wurde bzw. wird, ist vor dem Hintergrund der Vorkommnisse an den innergeorgischen Grenzen während der letzten 13 Jahre nur zu verständlich.

4. Dank Ihrer einfühlsamen Erläuterung verstehe ich nunmehr, dass es eine furchtbare Erniedrigung für das russische Militär darstellte, als sechs ihrer Offiziere im September 2006 wegen Spionage gefangen genommen und nach Russland abgeschoben wurden. Laut russischem Außenministerium erinnerte die georgische Aktion an das Jahr 1937. Das wahllose Kidnapping Dutzender georgischer Bürger in Russland im Oktober 2006 und ihre Verbringung nach Georgien in Frachtmaschinen, ohne Wasser, Sitzplätze, Toilette und medizinische Versorgung der Kranken, war dagegen eine wahrhaft humanitäre Maßnahme – diese Menschen wären sonst, wie so viele vor ihnen, womöglich als „Schwarzärsche“ auf den Straßen Moskaus zusammengeschlagen worden, weil die russsiche Polizei für ihre Sicherheit nicht bürgen konnte.

5. Völlig einsichtig ist, dass das bei weitem größte Land der Erde, das überreich ist an Bodenschätzen und Nuklearwaffen, sich bedroht fühlen muss von Staaten wie Estland, der Ukraine und Georgien. Diese überaus aggressiven Nachbarn bedrohen seine Sicherheit, indem sie den Angriff auf russisches Territorium planen und offensichtlich Moskau erobern wollen.

6. Selbstverständlich war es ein großer Fehler der Regierung Saakaschwili, um Aufnahme Georgiens in die NATO zu ersuchen. Erst dieser Schritt störte die gutnachbarlichen Beziehungen und veranlasste die bis dahin stets wohlwollende und friedliebende Regierung im Kreml, militärische Maßnahmen zu ergreifen (wie z.B. die Beschießung des Naturparks Bordschomi zwecks Entfachung von Waldbränden, die Bombardierung eines Zementwerks in Kaspi oder die Verminung eines großen Naturparks bei Poti), um Russland zu verteidigen.

7. Natürlich muss sich Russland durch die Aufnahme dieser Staaten in die NATO bedroht fühlen. Schließlich ist die NATO ein Angriffsbündnis und plant den dritten Weltkrieg. Punkt.

8. Selbstverständlich hat der Kreml nach der Anerkennung der Unabhängigkeit des Kosovo durch den Westen nun seinerseits das Recht, Abchasien und Südossetien für unabhängig zu erklären. Zum einen spricht dafür, dass zwar im ersten Fall eine Vielzahl von Staaten der Welt der Unabhängigkeit zugestimmt hat, was aber durch die Anzahl der russischen Republiken wettgemacht wird; Republiken, die sich, wie wir wissen, innerhalb der russischen Föderation größtmöglicher Freiheit erfreuen. Zweitens hat Russland nun natürlich das Recht, den Fehler, den es damals heftig kritisierte, selber begehen zu dürfen. Oder aber heute das Richtige zu tun ohne den Fehler von einst eingestehen zu müssen.

9. Na klar musste der Kreml seine Bürger in Abchasien und Süd-Ossetien schützen. Schließlich hatte er dort in den letzten Jahren zehntausende russische Pässe verteilt. (Ich schlage vor, die Bundesregierung bemüht sich um eine Beilegung des Darfur- und anderer Konflikte in Afrika, indem sie den ethnisch verfolgten Afrikanern deutsche Pässe ausstellt - so käme Deutschland obendrein nach 90 Jahren auch wieder zu Kolonien!) Wie jeder Russe weiß, hatten die Georgier zuvor ethnische Säuberungen in den genannten Gebieten durchgeführt. Zweihunderttausend georgisch-stämmige Flüchtlinge und Tausende in Georgien, aber außerhalb von Süd-Ossetien unbehelligt lebende Osseten sind der überall in Georgien augenfällige Beweis.

10. Verständlich, dass Putin jetzt die Unabhängigkeit von Abchasien und Südossetien befürwortet. Schließlich liegen beide Gebiete auf dem Territorium Georgiens. Leider, leider aber liegt Tschetschenien auf dem Gebiet der russischen Föderation. Somit war Putin gezwungen, diesen nach Unabhängigkeit strebenden Landstrich zum zweiten Mal (1999-2006) in Schutt und Asche zu legen. Denn um den Frieden endgültig wieder herzustellen, blieb Putin keine andere Wahl – schließlich waren noch einige Häuser intakt geblieben und einige Kriegstreiber im Nordkaukasus erhoben schon wieder frech ihre Stimmen. Die Sache war so eindeutig, dass ausländische Journalisten nur unnötig im Wege gestanden hätten.

11. Sicher muss für die Russen das gleiche Recht gelten wie für die Amerikaner. Wenn letztere Irak angriffen, dann durfte auch der Kreml Georgien besetzen. Dieses Recht ist überall anwendbar und auch im täglichen Leben unverzichtbar. Wer z.B. wegen eines Rotlichtverstoßes angehalten wird, trifft überall auf der Welt auf großes Verständnis, wenn er die Polizei darauf hinweist, dass schon andere vor ihm bei Rot über die Ampel gefahren sind. (Liebe deutsche Journalisten, das wäre doch ein feines Argument, wenn Sie demnächst mal wegen Übertretung einer Verkehrsregel von der Moskauer Verkehrspolizei angehalten werden!)

12. Zwar haben russische Politik und russisches Militär schon hunderttausende Kaukasier auf dem Gewissen und die Amerikaner hier noch keinen einzigen Schuss abgefeuert. Aber der amerikanische Imperialismus ist von Natur aus viel gefährlicher, wie jeder Deutsche weiß. Deswegen verstehe ich, dass wir als deutsche Friedensfreunde die amerikanischen Hilfeleistungen für Georgien verurteilen müssen, andererseits aber viel Verständnis für die Politik des Kreml zeigen, damit dort weiterhin Friedenspolitik gemacht wird und die überaus erfolgreiche deutsch-russische Partnerschaft, auf die beide Seiten gewiss gleichermaßen angewiesen sind, nicht gestört wird. Schließlich war auch die alliierte Appeasement-Politik gegenüber Nazi-Deutschland sehr erfolgreich und verhinderte den Zweiten Weltkrieg, nicht wahr?

Liebe Frau W., sicher sind Ihnen meine nicht ganz ernst gemeinten Einlassungen viel zu einseitig. Sie Ihrerseits bemühen sich nach Kräften beide Seiten zu verstehen. Bitte entschuldigen Sie, wenn ich die vielen Fehler, die (tatsächlich!) von der Regierung Saakaschwili begangen wurden, hier nicht aufzähle. Allzu leicht kämen sonst Ursache und Wirkung durcheinander. Zwischen diesen zu unterscheiden ist natürlich nicht Ihre Aufgabe als kritische deutsche Journalistin; deswegen will ich Sie auch nicht weiter verwirren.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr
Sönke Henning Tappe

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Geschosse, gefunden in unserem Wagen / Bullets, found in our car



Is there somebody out there who could give me some information on the type of weapon and bullets? Were the bullets fired from one or two rifles?
Kann mir jemand Informationen geben über die verwendete Waffe und die Patronen? Wurden die Geschosse von einer oder von zwei Waffen abgefeuert?

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Neue Interviews mit Flüchtlingen

Giorgi Metreweli, 18 J., aus Kemerti:
Karu Williams im Gespräch mit Giorgi Metreweli (rechts)

In meinem Dorf wohnten ca. 300 Familien, in dem Viertel, in dem ich wohnte, ca. 60. Die Bevölkerung bestand teilweise aus Georgiern, teilweise aus eingeheirateten Osseten. In der Nachbarschaft befindet sich das ossetische Dorf Salda. Die älteren Dorfbewohner kennen sich noch, wir jüngeren hatten nie Kontakt untereinander. Auch im ersten Krieg 1991 bis 1993 blieben die Leute in ihren Dörfern und kämpften. Unser Dorf war in den letzten Jahren stets unter Kontrolle der georgischen Patrouillie sowie der georgischen Spezialeinheiten. Seit 2004 sind viele Dorfbewohner durch Schießereien und Minen ums Leben gekommen.
Wie der Krieg 2008 für mich begann:
Ungefähr am 2. August wurden Pick-ups in die Luft gesprengt und das Dorf von Posten der Gegenseite beschossen. Nach den ersten Luftangriffen bin ich geflohen. Jetzt stehen, nach Aussage einer Familie, die am 15. August mit Hilfe des Roten Kreuzes nach Tbilissi geflohen ist, noch fünf Häuser. Mein eigenes Haus wurde in diesen Tagen zweimal angezündet.
Woher der Hass stammt? Die Osseten sind Einwanderer, und wir sind die ursprüngliche Bevölkerung. Es gibt ein georgisches Sprichwort: Im Hühnerstall wird kein zweiter Hahn geduldet. Wir sind nicht diejenigen, die nicht zurückschießen, wenn sie beschossen werden.


Schota Kareli aus Tqwiawi, von Beruf Sammeltaxi-Fahrer:

Ich habe vor dem Krieg als Maschrutka-Fahrer die Route Gori-Zchinwali bedient. An der südossetischen Demarkationslinie endeten meine Fahrten. Obstbauern, Händlern, Frauen und Kindern war der Grenzübertritt nach Zchinwali möglich. Unser großes Dorf namens Tqwiawi, mit ca. 2000 Familien, wurde von Georgiern, Armeniern und einigen Osseten bewohnt.
Die ersten Luftangriffe gegen unser Dorf wurden am 12. oder 13. August geflogen. Zu dieser Zeit hatte sich das georgische Militär bereits zurückgezogen. Nach der Bombardierung besetzte die russische Armee in Begleitung von Freischärlern, unter denen sich Osseten, Kosaken u.a. befanden, das Dorf. Von den Freischärlern wurden etwa 100 Dorfbewohner getötet. Zwei Beispiele wurden mir von geflüchteten Nachbarn erzählt:
Ein 14jähriger Junge blieb bei seiner Großmutter im Hof. Er wurde, trotz seines Alters, von Freischärlern erschossen. Seine Leiche durfte eine Woche lang nicht beerdigt werden. Nach einer Woche haben Nachbarn die Leiche in der Nacht heimlich im Garten begraben.
Zwei Brüder, 70 und 75 Jahre alt, die im Dorf als sehr wohlhabend galten, wurden zu Hause überfallen. Sie öffneten freiwillig die Haustür und ließen die Freischärler alle Wertsachen abtransportieren, ohne sich zu wehren. Dennoch wurden sie beide erschossen. Dies erzählte mir die Ehefrau des einen Bruders, die verschont wurde.
Durch den Bombenangriff wurden ca. zehn Häuser zerstört. Die Freischärler haben später die wohlhabenderen Häuser an den Hauptstraße praktisch sämtlich angezündet; die weniger wohlhabenden Häuser in den Nebenstraßen wurden in der Regel verschont.
Woher der Hass stammt? Den Hass gibt es schon seit den Zeiten von Erekle II. (Ende 18. Jh., der Hrsg.), als die Russen das erste Mal ihren politischen Einfluss auf Georgien geltend machten und Zwietracht zwischen den Völkern säten. Diese Tradition setzten die Kommunisten und insbesondere Stalin fort. Ob die Osseten gegenüber den Georgiern benachteiligt wurden, ist zwischen meinen Freunden und mir umstritten. Für beide Thesen gibt es Belege.
(Schota Kareli ist die 60km nach Tbilissi auf der Flucht ausschließlich nachts zu Fuß gelaufen; tagsüber hat er sich mit Freunden versteckt.)

Interviews: Karu Williams, Fotos: Sönke Henning Tappe



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