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News for the Caucasus 10-20-08 / Nachrichten für den Kaukasus 20.10.08

News of today: Die Nachrichten von heute:

Armenien / Armenia

Medvedev to pay two-day official visit to Armenia (Itar Tass)



Berg Karabach / Nagorny-Karabakh

Der vergessene Krieg um den "Garten in den Bergen" (Berg-Karabach) (SWR)
Die am Konflikt beteiligten Staaten - Aserbaidschan und die ''Schutzmacht'' Armenien - scheinen noch weit entfernt von konkreten Schritten zu einem Frieden zu sein. Einerseits seien die Menschen beider Staaten gegen Kompromisse mit dem Gegner, erklärt Politikexperte Wartan Pogosjan in Armeniens Hauptstadt Jerewan. Andererseits würden beide Regierungen eine ständige Kriegsgefahr heraufbeschwören, um demokratische Reformen im eigenen Land zu verzögern. Tatsächlich stiegen die Militärausgaben in den vergangenen Jahren kontinuierlich an - sowohl in Armenien als auch in Aserbaidschan.


OSCE to Monitor Armenia-Azerbaijan Troops Contact Line (News Trend, Az)



Aserbaidschan / Azerbaijan

Energieversorgung des Westens in Gefahr (Handelsblatt)
"Tamam Bayatly, Sprecherin von BP in Aserbaidschan, räumt ein, dass die [von Aserbaidschan nach Georgien verlaufenden] Gasröhre aus Sicherheitsgründen während des Krieges abgedreht worden sei, die BTC aber nur wenige Tage wegen eines Feuers im türkischen Teil der Leitung. Allerdings gesteht sie zu, dass die ebenfalls von den Londonern geführte Ölröhre von Baku in den georgischen Schwarzmeerhafen Supsa weiter geschlossen bleibe „bis wir die Sicherheitslage einschätzen können“. Zudem hat Baku nach Informationen aus diplomatischen Kreisen während des Kriegs versucht, erstmals Gas über Russland zu exportieren: „Moskau habe das begrüßt, aber hinzugefügt, ’leider’ ist die Leitung so veraltet, dass dies nicht gehe“.

Dies seien klare „Liebesgrüße aus Moskau“: Kremlchef Dmitrij Medwedjew macht dem Westen in Aserbaidschan noch unverhohlener Konkurrenz. So hat Russlands führender Energiekonzern Gazprom Baku unterbreitet, das gesamte aserbaidschanisches Erdgas aufzukaufen. Damit wäre der Traum des Westens, über den Bau der so genannten Nabucco-Pipeline erstmals auch Erdgas aus den Nachfolgestaaten der UdSSR an Russland vorbei Erdgas beziehen zu können ausgeträumt. „Russland hat mit dem Georgien-Krieg klargemacht, dass im post-sowjetischen Raum wieder alles von Moskau bestimmt wird und Baku hat dies begriffen“, sagt an anderer westlicher Gesandter in Baku. Im Energiepoker am Kaspischen Meer gehe es für den Westen in den kommenden Monaten „um alles oder nichts“."



Russland / Russia

Russland spielt mit Muskeln, die es nicht hat (BAZ online)
"Das Projekt ist geheim, Präsident Dmitri Medwedew hat aber ein paar Eckpunkte verraten. «Wir brauchen eine Armee mit allermodernsten Waffen», sagte er kürzlich. Bis 2020 soll das Land neue Atomsprengköpfe, Kampfschiffe, Atom-U-Boote und eine satellitengestützte Luftabwehr erhalten. Das Verteidigungsbudget wächst kräftig: allein im kommenden Jahr um ein Viertel auf 53 Milliarden Dollar.

Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow kündigte zudem eine Umkrempelung der Armeestruktur an. Die Zahl der Soldaten soll in den nächsten vier Jahren von 1,134 Millionen auf eine Million reduziert werden. Beschnitten werden soll insbesondere das Offizierkorps: von derzeit 330'000 Offizieren auf weniger als die Hälfte. Im Visier ist auch der aufgeblähte Generalstab. Jeder zweite General müsse, heisst es in Moskau, demnächst den Hut nehmen."


Transnistrien Russlands europäischer Vorposten
(Welt Online)
"Moskau spielt offensichtlich mit den Moldawiern ein Spielchen, das auch in der Ukraine und Georgien gut funktioniert hat: Halte die Spannung hoch, früher oder später tappen sie in die Falle. Und so bleiben die Moldawier - deren Reform- und Menschenrechtsbilanz im Übrigen keinesfalls besser ausfällt als jene der Transnistrier - gegenüber dem großen Bruder auf Defensivkurs: Wenn es etwa um eine Nato-Perspektive geht, dann pocht Chisinau stets laut auf seine militärische Neutralität. Und die Russen belohnen es, indem sie den Deckel auf Transnistrien halten."




Türkei / Turkey

Staat entschuldigt sich für in Haft zu Tode Geprügelten
(Readers Edition)

Die Türkei macht Ex-Militärs den Prozess
(Welt Online)

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Atatürk Mausoleum, Ankara / Ataturk Mausoleum, Ankara

Bombastische Architektur, die den Einzelnen durch schiere Größe zu beeindrucken versucht.
Bombastic architecture, designed to impress the individual by overwhelming size.


Der weitläufige Innenhof verlangt nach Menschenmassen.
The ample courtyard demands large crowds.

The sarcophage / Der Sarkophag

Tatsächlich ist das Mausoleum ein Wallfahrtsor mit persönlichen Gegenständen Atatürks.
In fact, the mausoleum is a place of pilgrimage, with personal belongings of Ataturk.

Atatürks Vermächtnis:
das Selbsterständnis der Armee. Das Militär putschte dreimal seit 1960.


Ataturk's bequest:
the self image of the turkish armee. There were 3 military putsches since 1960.

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The reopening of BTC pipeline remains unclear as repair continues (Ebru Akdogan, a spokeswoman for BTC)

"Oil is now only being transported from Azerbaijan through the Baku-Novorossiysk link to the Russian Black Sea coast and in rail cars."

But "Turkey's Energy Ministry expects the BTC pipeline, which can carry 1 million barrels a day, to resume operations in a week, a spokesman earlier said."

The full article on HotNewsTurkey.com

Who's behind BTC: Baku-Tbilisi-Ceyhan (BTC) Pipeline

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Armenia and Turkey: "Rising hopes of better relations between two historic enemies" (The economist)

Zusammenfassung auf Deutsch:

Armenien und die Türkei planen ein Treffen der Außenminister in New York. - Armenien verspricht die gegenwärtige türkisch-armenische Grenze anzuerkennen. - Es soll eine gemeinsame Historiker-Kommission gebildet werden, um das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich zu untersuchen.

Der Artikel beschäftigt sich weiter mit der Frage, welchen Einfluss eine armenisch-türkische Annäherung auf die Beziehungen zwischen Armenien, Georgien, Russland und der Türkei haben könnte.

Deutlich wird, dass das armenische Selbstverständnis und Armenien Stellung in der Welt von zwei alles bestimmenden Konflikten geprägt wird: dem Genozid und dem Konflikt um Berg-Karabach.



Inside the Memorial. A group of Iraqi Armenians holding a prayer. One of the ladies urged me to write an article about the genocide. She felt angry and frustrated that the Turkisch government hasn´t acknowledged the genocide yet.
Im Inneren der Gedenkstätte. Eine Gruppe von iraqischen Armenien im Gebet. Eine der Damen bat mich einen Artikel über den Genozid zu schreiben. Sie war wütend und frustriert, dass die türkische Regierung immer noch nicht den Völkermord anerkennt.


These evergreen trees were planted in commemoration to the genecide, many of them by Americans, French and Greeks. (Shevardnadze and Saakashvili were here, too.)
Mr. Gul, there´s still some space for a commemorative plaque from you and/or your government!
Diese Tannen wurden in Erinnerung an den Völkermord gepflanzt, viele davon von Amerikanern, Franzosen und Griechen. (Schewardnadse und Saakaschwili waren auch dort.)
Herr Gül, hier ist noch Platz für Gedenktafel Sie bzw. Ihre Regierung!

The Economist writes that "Kemal Atatürk, father of modern Turkey, rescued hundreds of Armenian women and children from mass slaughter by Ottoman forces during and after the first world war. According to the director of the museum, Mr. Hayk Demoyan, this untold story will soon be revealed on the website of the museum.
The Economist schreibt, dass Kemal Atatürk, Vater der modernen Türkei, Hunderte von armenischen Frauen und Kindern gerettet habe. Der Leiter der Gedenkstätte, Hayk Demoyan, wird mit den Worten zitiert, diese unbekannte Geschichte Atatürks werde demnächst auf der Webseite des Museums der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Website of the Museum of Genocide, Erivan
Webseite des Völkermord-Museums, Eriwan

ZDF Doku "Völkermord an den Armeniern", gefunden auf YouTube:



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Douglas Muir: "Russia has BBFs too"

Douglas Muir compares separatism in the Caucasus to the Balkans. While focusing mainly on the relations of the different states towards Russia, the following passages give a good insight into Armenian-Georgian relations.

"The Armenians are annoyed at the Georgians for their generally shoddy treatment of the Armenian minority in Georgia. More to the point, Armenians generally look down their magnificent noses at Georgians, considering them self-indulgent, emotional, shrill, slovenly, unreliable, and just generally second-rate. Georgians don’t love Armenians either — they consider them sly, stuck-up and grasping. There are no exactly equivalent Western European stereotypes, but if you think “dour Scots versus hand-waving Italians” you’ll get the general idea.

The state of relations between the two peoples is such that, when a rumor arose that the Russians were using Armenian air bases to bomb them, it was immediately and widely believed by the Georgians. (It wasn’t true.)

At the same time, most Armenians have warm feelings towards Russia. Which warm feelings are not entirely requited — Russians don’t view Armenians with a lot of affection and respect — but that’s another story. Imperial Russia rescued them from the Turks, after all, and then the USSR allowed Armenia to industrialize and Armenians to rise almost to the top of the Soviet hierarchy.

There’s a widespread belief in Armenia that Russia tilts their way in the Nagorno-Karabakh dispute… probably not true, but there it is. More to the point, there are a couple of thousand Russian soldiers in Armenia; it doesn’t get a lot of publicity, but they’ve been there since the 1990s, quietly watching Armenia’s border with Turkey. Drive south from Yerevan, and you’ll see their bases, Russian flags and all.

And then of course, there’s Nagorno-Karabakh. The Armenians are grimly determined to hang on to NK. So they have a strong interest in seeing some post-Soviet boundary changes. If Russia claws off South Ossetia and Abkhazia, not just de facto but de jure, that’ll be a powerful precedent in Armenia’s favor.

All that said, Armenia’s position in the recent conflict has been… nuanced. You see, Armenia’s borders with Turkey and Azerbaijan are closed. They have a land border with Iran, but it’s short, and crossed by a single two-lane road that closes every winter. So, pretty much everything that goes in or out of Armenia — including the single rail line, the single highway, the single fiber-optic cable, and the microwave phone link — goes through Georgia. 90% of their imports come in through Georgia, and about 95% of their exports go out that way. The Georgian port of Poti is Armenia’s window on the world. Simply put, Armenia is a man trying to eat, drink and breathe through a fairly narrow hose. If the Georgians were to become sufficiently annoyed, they could devastate Armenia’s economy overnight.

So, while Armenian public opinion is firmly on Russia’s side, the Armenian government is playing it safe. They’re a friendly neutral to Russia, coolly correct to Georgia."

The full article, published August 22, 2008, can be found at A fistful of Euros.




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