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Batumi / ბათუმი

Batumi, eine kleine Großstadt von 120.000 Einwohnern, liegt an den Stränden des Schwarzen Meeres unweit der türkischen Grenze. Die erste Siedlung wurde vermutlich bereits im Zeitalter der griechischen Kolonisation gegründet. Dem griechisch-römischen Einfluss verdankt die Stadt ihren schachbrettartigen Grundriss.


House in Batumi / Haus in Batumi, Republic of Georgia, originally uploaded by Henning(i).

Typisch für die in der Nähe des Meeres gelegenen Straßenzüge sind die weiß gestrichenen Häuser. Die teilweise mondäne Architektur erinnert an das alte Seebad im Zarenreich.




Hier klingen georgische Architekturformen an:



Batumi - Typische Straße / Typical street in Batumi, Republic of Georgia, originally uploaded by Henning(i).

Ein wunderbares Beispiel der Nouveau Art:



BATUMI, originally uploaded by batumi.
Ein altes Kaufhaus, in stark reparaturbedürftigem Zustand:


103_0332, originally uploaded by inthisspace.

Die zwei bedeutendsten Wirtschaftszweige sind der Hafen und der Tourismus.






Seit mehr als hundert Jahren ist Batumi Seehafen für den Erdölexport. Das Öl gelangt traditionell per Pipeline oder Bahn aus Baku und wird hier, vor der Verschiffung, raffineriert. Mit der Errichtung des Terminals Supsa und der Baku-Ceyhan-Pipeline verliert der Ölhafen Batumi aber langsam an Bedeutung.

Die Promenade von Batumi bietet einen schönen Ausblick auf den Hafen:




Die Winter sind regnerisch, im Januar fällt durchschnittlich an zwanzig Tagen Regen. Selbst im Sommer will er manchmal gar nicht wieder aufhören. Das erklärt die breiten, metallenen Stiege, die von den Bürgersteigen auf die Straße hinabführen. Doch nicht selten sind die Pfützen so breit, dass sich kaum eine Stelle findet, um die Straße trockenen Fußes überqueren zu können.



Batumi, originally uploaded by AudreyH.

Doch zurück zur Promenade. Zur Hauptferienzeit, im August, quillt Batumi schier über. Traditionell verbringen Georgier die Ferienzeit dort, wo sich Abkühlung finden lässt: Am Meer oder in den Bergen. Junge Leute zieht es vor allem nach Batumi und Kobuleti nicht zuletzt wegen des Nachtlebens.




Batumi wurde unlängst um eine Touristen-Attraktion reicher - das neue Riesenrad:





Tagsüber lässt es sich am besten in einem der vielen Strandcafés aushalten:


Batumi beach 2005, originally uploaded by Man with no name.


Abends locken solche Strandhütten, die an die Südsee erinnern, zahlungswillige Touristen an:




Batumi Boulevard Bungalo, originally uploaded by Oxera.


Wie man hier sieht, ist der Strand im August nicht selten überfüllt.


2Beach batumi, originally uploaded by Man with no name.



Aber Batumi hat noch mehr zu bieten:
Eine Universität (sowie mehrere Hochschulen)...



The University at night., originally uploaded by Rob@SFU.

und das Theater:



Batumi Theater, originally uploaded by joan_arnedo.


Der botanische Garten gehört zu den bereits vor über hundert Jahren angelegten Hauptattraktionen Batumis:


Botanical Garden Californian Palm section In Georgia Batumi, originally uploaded by Man with no name.

Außerdem gibt es Museen - u.a. das landeskundliche Museum mit seiner Antikensammlung und das Kunstmuseum (u.a. mit einigen Bildern von Pirosmani) - sowie ein Meerwasseraquarium, ein Planetarium (das hoffentlich bald wieder öffnet) und einen Tenniscourt (nahezu direkt am Strand).

Und auch, wenn man ihn mittlerweile längst auch anderswo kaufen kann - nirgendwo, so erzählen nicht nur Einheimische, schmeckt der "Adjaruli" (Chatschapuri) so gut wie in Batumi:



P7310098.JPG, originally uploaded by Stere0.

Seit der Rosenrevolution und dem Sturz Aslan Abaschidses hat sich das Verhältnis zwischen der Autonomen Republik Adscharien und der Zentralregierung in Tbilissi wieder entspannt. Früher musste man als Reisender unangenehme Pass- und zuweilen auch Gepäckkontrollen über sich ergehen lassen.
Adscharien gehörte eigentlich seit alterher zu Georgien, geriet aber schon im 11. Jahrhundert unter den Einfluss der Seldschuken, später der Mongolen. 1635 wurde es Teil des Osmanischen Reichs. Es wurde erst 1878 in Folge des Berliner Kongresses Teil des Zarenreichs, wobei der wichtige Schwarzmeerhafen ausschlaggebende Rolle besaß. Abgesehen von einer kurzen Interimsperiode (Brest-Litowsk, Eroberung Batumis durch die Türken 1918, Besetzung durch britische Truppen) blieb es unter russischer bzw., ab 1921, unter sowjetischer Kontrolle bis zur Unabhängigkeit Georgiens.
Der Autonomiestatus war höchstwahrscheinlich von Moskau gewollt, um Tbilissi die Kontrolle über den Hafen entziehen zu können. Hierin unterschied sich die sowjetische nicht von der zaristischen Zentralmacht. Denn während die georgische-orthodoxe Kirche in Adscharien unter BEIDEN Regimen diskriminiert und schikaniert wurde, wurden islamische Glaubensgemeinschaften von Moskau unterstützt. (Bekanntlich definieren sich Georgier insbesondere über ihre Sprache und ihre georgisch-orthodoxe Religionszugehörigkeit!)
So nimmt es nicht weiter wunder, dass es in kommunistischer Zeit nicht eine einzige funktionierende georg.-orthodoxe Kirche in Batumi gab, wohl aber eine Moschee.




Auch diese große Kirche, einst von katholischen deutschen Siedlern gegründet und mitten im Stadtzentrum gelegen, wurde für profane Zwecke benutzt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde sie zu einem georgisch-orthodoxen Gotteshaus.




CRW_2664, originally uploaded by a.phasia.

Abseits der Touristenpfade, d.h. in den Hinterhöfen und Vororten, zeigt sich Batumi eher ärmlich. Daran haben auch die knapp 10 Jahre, die zwischen den nächsten beiden Bildern liegen, kaum etwas geändert.



Batumi - Hinterhof / Batumi - Backyard, Republic of Georgia, originally uploaded by Henning(i).

Das alte Intourist ist nicht mehr erste Haus am Platz...


Hotel Intourist Batumi, originally uploaded by Garrett2.


und dieses ehemalige Hotel wird, wie das ehem. Hotel Iveria in 2005 in Tbilissi, weiterhin von Flüchtlingen bewohnt.


Es wird allerdings überall gebaut. Über Baustile und Geschmäcker lässt sich allerdings streiten... (Vergleiche den Titel, den der Fotograf dem Bild gab!)



... neuerdings gern auch farbenfroh (vielleicht als Entschädigung für die monotone Struktur?):


Batumi, originally uploaded by Rapho (georgien.blogspot.com).

Die Immobilienpreise sind, wie auch in Tbilissi, erheblich angezogen in den letzten Jahren.


Ich verabschiede mich mit einem stimmungsvollen Bild aus 1999, das wie ich denke noch einmal zeigt, dass es in Batumi auch abseits von Strand und Hafen einige schöne Ecken zu entdecken gibt.










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Eucalyptus-trees near Gonio / Eukalyptus-Bäume bei Gonio





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Gonio apsaros castle / Burg von Gonio apsaros

Greek: Apsaros, Latin: Apsirtus, in the 10th century: Akampsis, since the 14th century: Gonio.The castle is located 15 km south of Batumi and 4 km north of the turkish border. The castle 222 m long and 195 m wide.
Griechisch: Apsaros, Lateinisch: Apsirtus, im 10. Jh. Akampsis, seit dem 14. Jh. Gonio. Die Burg liegt 15 km südlich von Batumi und 4 km nördlich der türkischen Grenze. Die Burg ist 222 m lang und 195 m breit.

The name derives from one of the characters of the myth of the Argonauts (Apsaros = brother of Medea). The earliest archeological layers date back to the 8th and 7th century BC. A cemetary of the 5th century BC, south of the castle, was established by the colchic kingdom.
Plinius II was the first to mention Apsirtus in the 1st century AD. In the second half of the 1st AD, the high walls were built. Gonio became a center of roman culture and imperial power (with up to 1500 soldiers) until the 4th century, featuring a theater and a hippodrome.
In the mid 6th century, Gonio became a byzantine stronghold, in the 12th century a part of the Georgian kingdom. In the 16th century, an ottoman garrison was stationed in Gonio. After the russian-turkish war of 1877-78 Gonio became georgian again.
Der Name stammt aus der Argonautensage. Apsaros war der Bruder von Medea. Die frühesten archäologischen Zeugnisse stammen aus dem 8. und 7. Jh. v. Chr. Ein Friedhof, südlich der Burg gelegen, weist auf das Kolchische Königtum hin (5. Jh. v. Chr.).
Die älteste Erwähung von Apsirtus findet sich bei Plinius dem Jüngeren. Die Mauern wurden ab Mitte des 1. Jh. n.Chr. erbaut. Gonio wurde (bis ins 4. Jh.) kulturelles und militärisches Zentrum des östlichen Schwarz-Meer-Raumes, mit Theater, Hippodrom und 1000 bis 1500 stationierten Soldaten.
Mitte des 6. Jhs. wurde Gonio eine byzantinische Festung. Im 12. Jh. fiel es in den Besitz der georgischen Könige. Im 16. Jahrhundert wurde eine osmanische Garnison hier stationiert. Nach dem türkisch-russischen Krieg von 1877 bis 1878 wurde Gonio wieder georgisch.

There are speculations about the grave of St. Matthias, one of the 12 apostels, to be found on the grounds of Gonio castle.
Es heißt, Sankt Matthäus, einer der 12 Apostel, sei hier begraben worden.



The wall. Very well preserved.
Die Mauer, sehr gut erhalten


There are still some fundaments to be seen inside, but no signs giving information.
Es gibt im Inneren einige Fundamente zu sehen. Leider fehlen Info-Tafeln.


parts of the area are used for fruit- and vegetable-growing - here: kiwi-trees
Teile der Anlage werden für Obst und Gemüse verwendet. Hier: Kiwi-Bäume



ruins of a tower, part of the wall
Ruinen eines Turmes, der in die Mauer eingelassen war


Remains of the bath-house
Überreste eines Badehauses


Loopholes of modern times
Schießscharten aus jüngerer Zeit


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