Some pictures from Basars in Tbilisi



Bilder vom Basar nahe Hauptbahnhof Tbilissi 
sowie Basar nahe Metrostation Somgori

Pictures from the Basar at central railway station Tbilisi 
and the basar near Somgori metro station

all pictures © Sönke Henning Tappe












































































all pictures © Sönke Henning Tappe

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Öffentlicher Brief an Irma Kreiten

Liebe Irma Kreiten,

Ich google nicht so oft nach meinem Namen und habe erst jetzt festgestellt, dass Sie mit Hilfe von Screenshots vieler Aussagen Dritter eine Art Verschwörung aufzudecken versuchten, in der Sie mir eine prominente Rolle zuwiesen. Unser Streit entzündete sich an der Frage, ob Sie - Ihr Forschungsgebiet ist ja der Völkermord an den Tscherkessen - auch den Völkermord an den Armeniern anerkennen. Sie haben sich mir gegenüber stets ausweichend geäußert. Zweitens mochten Sie nicht Erdogans Chauvinismus und Nationalismus kritisieren; forderten hingegen eine Verurteilung Jan Böhmermanns. Leider blockierten Sie mich auf Facebook; auf Ihrer Blogseite findet sich ein Artikel über mich und angebliche Gesinnungsgenossen. Stattdessen verbreiteten Sie über Facebook gegenüber Dritten die faustdicke Lüge, Sie hätten mich blockieren müssen, "weil er mich nach vielen Bitten nicht in Ruhe gelassen hat". Sie haben mich um gar nichts gebeten, sondern sehr plötzlich, nachdem Sie mich als "Heuchler und Verleumder" bezeichnet hatten, blockiert.

Gerade ging in der Türkei das Referendum zu Ende. Zahlreiche Verstöße gegen die Wahlordnung, massive Behinderung der Opposition auf allen Ebenen und 40.000 politische Gefangene entsprechen Erdogans Ziel: Errichtung einer Autokratie und Abschaffung der letzten Reste demokratischer Strukturen. Auch ist eine fundamentale Spaltung der türkischen Gesellschaft (in der Türkei wie in Deutschland) zu besichtigen. Sie aber fordern die Verurteilung Böhmermanns, weil DER die Gesellschaft spalte. Ihr Eintreten für Demokratie, Meinungsfreiheit und Rechtsstaatlichkeit ist äußerst selektiv. (Umgekehrt üben Sie Radikalkritik an allen, die sich politisch oder wissenschaftlich mit Osteuropa beschäftigen, wenn sie nicht auch den Genozid an den Tscherkessen aufgreifen.)

Wie sehr Sie die Rechtsstaatlichkeit achten und wo Sie sich selbst verorten, lässt sich aus Ihren unten eingebetteten Worten entnehmen.

Kritisiert wird von Ihnen -  vor dem Hintergrund der türkischen AKP-Auftritte in Deutschland und Erodgans Faschismus-Vorwurf - der deutsche "Rassismus" oder vielmehr, wie Sie formulieren: "Rassismus ohne Rassen", nur um andererseits der Bundesrepublik vorzuwerfen, sie unterstütze die türkische Opposition. Die massiven Wahlverletzungen, verbalen Entgleisungen seitens Erdogan & Co. sowie die Lage von ethnischen und religiösen Minderheiten in der Türkei ("Neo-Rassismus"?) erwähnen Sie dabei mit keinem Wort.

In Ihrem viele Seiten langen Artikel, der tatsächlich zu großen Teilen von Problemen ihrer gescheiterten wissenschaftlichen Laufbahn in Deutschland handelt, verknüpfen Sie den Kampf gegen (anti-türkischen) Rassismus oder "Neo-Rassismus" mit Ihrem persönlichen Kampf um wissenschaftliche Anerkennung.


Der Erfolg dieser Kommunikationsstrategie ("Wer mich kritisiert, stellt sich gegen die Menschlichkeit") ist in meinen Augen zwiespältig: Einerseits vergewissern Sie sich autoaffirmativ der Überlegenheit ihres Standpunktes, auf der anderen Seite verlieren Sie Ihre Gesprächspartner. Ich war sicher mehr noch als Sie, Frau Kreiten, erstaunt, wie viele Facebook-Bekanntschaften Sie in wenigen Wochen und Monaten blockiert haben.
Wer Sie auf argumentative Unstimmigkeiten oder gar Widersprüche hinweist, gesellt sich in Ihrem Weltbild zu den "Heuchlern" usw. Sie behaupten in dramatisierenden Worten (und dichten Details hinzu), Opfer von Verfolgung und Verschwörung zu sein.

Was aber passiert tatsächlich? Sie selbst schüchtern mit Worten ein, Sie drohen, den Arbeitgeber zu informieren oder vor Gericht zu gehen. Danke für die gegenüber Dritten getätigte Klarstellung, dass Sie nicht meine Entlassung durch eine Beschwerde beim Kultusministerium erreichen wollten, sondern nur eine Disziplinarmaßnahme, vulgo "Maulkorb". Da bin ich ja beruhigt, dass Sie von der nunmehr in der Türkei verbreiteten Sitte Abstand nehmen mögen, per Beschwerde beim Arbeitgeber meine andersgeartete Meinung zu Erdogan und Böhmermann zum Schweigen zu bringen.

Eigentlich kennen Sie das doch als Autofahrerin: Wenn man nur Gegenverkehr sieht, sollte man besser die Fahrtrichtung überprüfen, statt aufs Gas zu gehen. Es ist nicht wirklich zielführend darüber zu spekulieren, ob all die entgegen kommenden Fahrer "unter einer Decke stecken". Leider nennen Sie zwar (mitunter sehr unterschiedliche) tatsächliche oder vermeintliche politische Standpunkte ihrer vielen "Diskussionspartner" (Sie gehen ja ungern Konflikten aus dem Weg); es wird Ihnen aber das Naheliegende nicht bewusst: Die Leute, die sich nun in großer Zahl negativ über Sie bei Facebook auslassen, haben nichts weiter gemein als Erfahrungen mit Irma Kreiten, die einerseits unentwegt mangelnde Meinungs- und Forschungsfreiheit für sie selbst beklagt, andererseits aber durchaus nicht den Anschein erweckt, als ob sie ihrerseits die selben Freiheiten Andersdenkenden zugestehen möchte.
Ähnlich verhält es sich mit Ihren Klagen über mangelnde Meinungsfreiheit in der deutschen Presse, dass etwa Ihre Leserbriefe nicht online gestellt würden. Wie wäre es, Frau Kreiten, wenn Sie selbst mit gutem Beispiel vorangingen und meinen Kommentar auf Ihrer Blogseite (immerhin mit einem langatmigen Text über mich!) einmal freischalten würden?

Geht Ihnen, Frau Kreiten, Aufmerksamkeit über alles? Sie schreiben allen Ernstes:


Eine "Art Minimalrespekt" scheinen Sie für sich selbst bitter zu vermissen.

Ist die Behandlung bis heute nicht erfolgt, Frau Kreiten?  Anders kann ich mir nicht erklären, warum Sie - um der Aufmerksamkeit willen! - Ihr eigenes Schicksal offenbar für bedauernswerter halten als das des zu Unrecht inhaftierten Deniz Yücel.

Das war vielleicht ein Fehler. Aber im Grunde kennen Sie selbst den Weg heraus aus Opfermythos und Schmollecke:


Oder wollen Sie weiterhin darauf bestehen, dass eine psychiatrische Diagnose nur in Kenntnis ihrer akademischen Argumente zu den Tscherkessen erfolgen könne?

Nachdem Sie bei NEX [einem türkischen Online-Nachrichtenmagazin] angeheuert haben, wird mir klar, warum Sie kein negatives Wort über Erdogan herauskriegen. Sie singen sein Lied, wenn Sie seinen Vorschlag einer gemeinsamen armenisch-türkischen Historikerkommission begrüßen. Glauben Sie allen Ernstes, die türkische Seite werde zum Schluss kommen, der Völkermord habe tatsächlich stattgefunden? So naiv können Sie schwerlich sein. Fahren Sie nach Eriwan, dort können Sie sich Augenzeugenberichte im Original anschauen. Sie schreiben nun: "Herr Tappe hatte mir u.a. vorgeworfen, mich nicht zum Völkermord an den Armeniern geäußert zu haben. Ich hatte das ganz klar getan". Nein, Frau Kreiten, trotz mehrfacher Nachfrage haben Sie das eben nicht getan. Sie haben sich hin und her gewunden und darauf verwiesen, dass das nicht Ihr Thema sei. Aber Sie können uns Ihr Eintreten zugunsten der Armenier ja in einem Beitrag auf Ihrer FB-Seite noch einmal deutlich vermitteln.
So erscheint Ihre Aussage über mich: "Man sieht ja auch ganz klar, daß er sich da jeglichem konkreten Einsatz für Forschungs- und Meinungsfreiheit von Akdemikern verweigert... Dabei hätte er die Hand reichen und helfen können" in einem merkwürdigen Licht. Ich wüsste gar nicht, wie ich dieses Feld beackern könnte. Ich wüsste auch nicht, dass Sie mich je um Hilfe gebeten hätten noch wie Sie sich meine Hilfe vorstellen. [...] Seitdem Sie mich blockieren, kann ich aber Ihre Beiträge zum Nordkaukasus nicht mehr wie gewohnt teilen.
Ihre Befindlichkeit kann hier nicht Thema sein. Nur so viel: Sie scheinen sich in der Rolle des Opfers einzurichten. Ihre dramatischen Formulierungen: "Fanatik", "Verleumdung", "Geisteskrankheit" deuten darauf hin, dass Sie außerordentlich dünnhäutig sind; andererseits halten Sie mit polarisierenden Äußerungen gegenüber Dritten durchaus nicht hinter dem Berg. "Im Mittelpunkt steht ... das Wirgruppengefühl einer zum dumpfen Pöbelmob verkommenen Ansammlung von Schönwetterdemokraten", die Sie als solche bezeichnen, weil sie den Putschisten Erdogan nicht als bessere Alternative sehen. Sie dürfen mit Recht vermuten, dass Sie für Formulierungen wie diese Widerspruch ernten werden. Das geht solange in Ordnung, wie Sie nicht schon wieder larmoyant auf Ihre angegriffene Gesundheit verweisen, die sich durch den Widerspruch verschlechtere.
Spannend fände ich zu erfahren, wie Sie die Entlassung von Tausenden Lehrern und Wissenschaftlern [in der Türkei] und das Verbot ihrer Ausreise beurteilen und wie SIE sich nun den "konkreten Einsatz für Forschungs- und Meinungsfreiheit von Akdemikern" vorstellen, den Sie von mir fordern. (Richtig, von Deutschland aus habe ich leicht reden, wie Sie sinngemäß schreiben. SIE dagegen können zur Heldin werden!)
Welch eigentümliche Gesinnung legen Sie an den Tag, wenn Sie auf den Einwurf eines Mitforisten, er stehe auf der Seite derjenigen Türken, die Erdogan nicht gewählt haben, schreiben:
"Anderre Leute stellen sich auf die Seite von Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit, unabhängig davon, welcher Partei nun sein Mitmensch angehört. ... Ich finde es vor allem in der Tendenz antidemkoratisch, anti-rechtsstaaatlcih und anti-freiheitlich. Es ist aber auch das, was ich von vielen Deutschen so kenne. Ob man sich für einen Menschen und dessen Rechte einsetzt, wird an dessen politischer Gesinnung festgemacht."
Die Umkehrung von Täter- und Opferrolle, die ich aus unserem Diskurs nun sattsam kenne, wenden Sie auch hier an: Die Anhänger Erdogans stehen bei Ihnen für Rechtsstaat, Demokratie und Freiheit; seine Kritiker für das jeweilige Gegenteil.

Liebe Irma Kreiten, ich weiß wirklich nicht, wie Ihnen zu helfen ist. Viele Grüße nach Istanbul!

Ihr

Sönke Henning Tappe


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Some animals from the Caucasus




















































All pictures: Copyright Sönke Henning Tappe

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