Blue Mosque in Yerevan / Blaue Moschee in Eriwan





Built in the 18th century, this mosque was used as a state museum for the history of Yerevan in soviet times. In the mid 90s, the Republic of Iran financed the renovation, aiming at a beautiful and representative religious compound rather than preserving the historical foundings.

Errichtet im 18. Jahrhundert. Als Museum für die Geschichte Eriwans in der Sovietzeit benutzt. Mitte der Neunziger Jahre wurde die Renovierung von der Republik Iran finanziert. Ziel war allerdings weniger die Konservierung des historischen Zustands, als vielmehr die Wiedererrichtung einer repräsentativen Anlage.

Eine Moschee mitten im Zentrum, gegenüber dem zentralen Basar? In einem Land, das darauf stolz ist, dass hier das Christentum zum ersten Mal Staatsreligion wurde? Wie passt das zusammen?
Schlüssel ist die gegenwärtige außenpolitische Lage. Armenien ist ein Binnenland; es bedarf also des Transits durch Nachbarstaaten, um Güter von und nach Armenien zu transportieren. Die Grenze zur Türkei ist geschlossen, mit Aserbaidschan liegt Armenien im - nicht ganz - kalten Krieg. Bleiben nur Georgien und der Iran. Der jüngste Vorstoß zur Verbesserung der armenisch-türkischen Beziehungen ist auch aus diesem Blickwinkel zu verstehen.
Sie teilen großenteils die gleichen Verbündeten und Gegner: Ihre Sicherheit ist - in unterschiedlicher Weise - von Moskau abhängig (iranisches Atomprogramm!). Das iranisch-aserbaidschanische Verhältnis ist von Misstrauen geprägt, denn der größere Teil der (auch schiitischen) Aserbaidschaner lebt tatsächlich im Iran. Außerdem orientiert sich Baku, nicht zuletzt im Hinblick auf den Umgang mit dem Islam, an der laizistischen Türkei.
Darum zeigt sich gerade Eriwan tolerant gegenüber dem Sendungsbewusstsein Teherans, zumal es praktisch keine muslimische Minderheit mehr im Land gibt. (Die Aserbaidschaner wurden ja fast alle vor oder während des Konflikts um Berg-Karabach vertrieben).
Für die Armenier bleibt der Nutzen jedoch gering: Bei Reisen ins Nachbarland müssen Sie ihr Auto auf der armenischen Seite stehen lassen (oder per Auto-Zug transportieren). Das ist offenbar dem aberwitzigen Umstand geschuldet, dass der Iran zwar große Ölvorkommen besitzt, jedoch zu wenig Raffinerien, so dass Benzin importiert werden muss, welches dann auch noch hoch subventioniert wird - in 2007 zu 8 Euro-Cent pro Liter Benzin, 11 Cent für den Liter Superkraftstoff. (Zuweilen leiden Teheraner Autofahrer unter Rationierungen!) Autos wiederum könnten aus Dubai günstig importiert werden, dürfen aber nicht - vermutlich aus Rücksicht auf russische Interessen. (Es gibt noch weitaus mehr Ladas und Wolgas in Armenien als in Georgien - und entsprechend hohe Strafzölle auf importierte Westwagen.)
Andererseits lässt das strikte Regime der Mullahs mit ihren mittelalterlichen Bekleidungs- und Verhaltensvorschriften nicht an ausgelassene Ferien an Bar und Strand denken... Also fahren Armenier lieber nach Georgien ans Schwarze Meer.

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